Ausland

Hunderte Festnahmen und Verletzte bei Protesten in Marokko

  • Donnerstag, 2. Oktober 2025
/picture alliance, AP, Mosa'ab Elshamy
/picture alliance, AP, Mosa'ab Elshamy

Rabat – In Marokko sind im Zuge von Protesten für Reformen im Bildungs- und Gesundheitswesen hunderte Menschen festgenommen worden. Bei den Protesten am Vortag habe es nach gewaltsamen Zusammenstößen mehr als 400 Festnahmen gegeben, teilte das Innenministerium gestern mit. Fast 300 Menschen wurden einem Ministeriumssprecher zufolge verletzt. Unter den Verletzten waren demnach sowohl Polizisten als auch Demonstranten.

Die Menschen in Marokko beteiligten sich vorgestern Abend den vierten Tag in Folge an nicht genehmigten Demonstrationen. Initiiert wurden die Proteste von einer Gruppe namens „GenZ 212“, deren Gründer unbekannt sind. Die Gruppe hatte auf der Internetplattform Discord zu den Protesten aufgerufen und als Themen die Bereiche Gesundheit, Bildung und den Kampf gegen Korruption genannt.

In den Orten Oujda und Inzegane eskalierten die Proteste offenbar. Dem Ministeriumssprecher zufolge attackierten die Demonstranten die Polizisten mit Messern, Molotowcocktails und Steinen. Mehr als 140 Polizeiautos und 20 Autos wurden demnach in Brand gesetzt. Unter den Polizisten gebe es mehr als 260 Verletzte, von den 23 verletzten Demonstranten musste einer ins Krankenhaus gebracht werden, fügte der Sprecher hinzu.

Weiter sagte er, dass die Demonstranten auch Regierungsbüros, Bankfilialen und Geschäfte gestürmt hätten. Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten stundenlange angespannte Auseinandersetzungen entlang einer Hauptstraße in Inzegane. In marokkanischen Medien verbreiteten Videos, die AFP nicht unabhängig überprüfen konnte, waren Vermummte zu sehen, die Steine auf Polizisten warfen und Mülltonnen und Bereiche rund um ein Einkaufszentrum in Brand setzten.

In Marokko herrscht Unzufriedenheit über die soziale Ungleichheit in dem nordafrikanischen Land. Besonders betroffen sind junge Menschen und Frauen.

Zuletzt hatten Berichte über den Tod von acht schwangeren Frauen in einem öffentlichen Krankenhaus in Agadir für Empörung gesorgt.

afp

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung