Huntington: Hemmung auf RNA-Ebene im Tiermodell
Barcelona – Die Huntington-Krankheit könnte künftig möglicherweise durch eine Hemmung der Expression auf mRNA-Ebene therapiert werden. Dies legen zumindest Versuche an Mäusen nahe. Eine Arbeitsgruppe am Centre for Genomic Regulation um Eulàlia Martí berichtet über entsprechende Ergebnisse im Journal of Clinical Investigation (2016; doi: 10.1172/JCI83185).
Chorea Huntington ist wohl die bekannteste autosomal-dominant vererbte neurologische Erkrankung. Das Gen Huntingtin, welches für das gleichnamige Protein codiert, ist hierbei pathologisch durch Trinukleotidrepeats verlängert. Das krankhaft veränderte Huntingtin scheint den Zellmetabolismus massiv zu beeinträchtigen. Die Forscher berichten, dass viele internationale Arbeitsgruppen versuchten, die Krankheit auf Gen- oder Proteinebene zu therapieren. Ein möglicher Weg könnte jedoch auch die Blockade der codierenden mRNA sein.
Die Forscher nutzten genetisch modifizierte Mäuse, die eine Variante des krankmachenden Huntington-Gens in ihrem Erbgut trugen. Die Mäuse entwickelten schwere motorische Symptome, wie sie für die Krankheit üblich sind. Die Forscher injizierten in das Striatum der Mäuse eine Lösung, welche RNA enthielt, die komplementär zu den Trinukleotid-Repeats war.
Es zeigte sich, dass sich die motorischen Symptome der Mäuse durch diese Intervention besserten. Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass die Expression von bestimmten ribosomalen und small-RNA-Molekülen herunterreguliert wurde. Diese RNA-Moleküle stehen unter anderem im Verdacht, die Erkrankung zu begünstigen.
Die Arbeitsgruppe meint, dass die Hemmung der Erkrankung auf mRNA-Ebene erfolgreich sein kann. Die Effekte gingen hierbei über die Hemmung der toxischen Proteinexpression hinaus.
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