Medizin

Huntington: Hemmung auf RNA-Ebene im Tiermodell

  • Donnerstag, 17. November 2016

Barcelona – Die Huntington-Krankheit könnte künftig möglicherweise durch eine Hem­mung der Expression auf mRNA-Ebene therapiert werden. Dies legen zumindest Ver­su­che an Mäusen nahe. Eine Arbeitsgruppe am Centre for Genomic Regulation um Eulàlia Martí berichtet über entsprechende Ergebnisse im Journal of Clinical Investigation (2016; doi: 10.1172/JCI83185).

Chorea Huntington ist wohl die bekannteste autosomal-dominant vererbte neurologische Erkrankung. Das Gen Huntingtin, welches für das gleichnamige Protein codiert, ist hier­bei pathologisch durch Trinukleotidrepeats verlängert. Das krankhaft veränderte Hun­ting­tin scheint den Zellmetabolismus massiv zu beeinträchtigen. Die Forscher berichten, dass viele internationale Arbeitsgruppen versuchten, die Krankheit auf Gen- oder Pro­te­inebene zu therapieren. Ein möglicher Weg könnte jedoch auch die Blockade der codie­renden mRNA sein.

Die Forscher nutzten genetisch modifizierte Mäuse, die eine Variante des krankmachen­den Huntington-Gens in ihrem Erbgut trugen. Die Mäuse entwickelten schwere moto­ri­sche Symptome, wie sie für die Krankheit üblich sind. Die Forscher injizierten in das Stri­atum der Mäuse eine Lösung, welche RNA enthielt, die komplementär zu den Trinukleo­tid-Repeats war.

Es zeigte sich, dass sich die motorischen Symptome der Mäuse durch diese Intervention besserten. Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass die Expression von bestim­mten ribosomalen und small-RNA-Molekülen herunter­reguliert wurde. Diese RNA-Mole­kü­le stehen unter anderem im Verdacht, die Erkran­kung zu begünstigen.

Die Arbeitsgruppe meint, dass die Hemmung der Erkrankung auf mRNA-Ebene erfolg­reich sein kann. Die Effekte gingen hierbei über die Hemmung der toxischen Protein­ex­pression hinaus.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung