Medizin

Immunstatus könnte Risiko für rheumatoide Arthritis voraussagen

  • Mittwoch, 9. April 2025
/Valentina, stock.adobe.com
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Aurora – Künftig könnte es möglich werden durch die Bestimmung verschiedener immunologischer Marker und Zellen das Risiko für den Ausbruch einer rheumatoiden Arthritis (RA) vorauszusagen.

Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Fan Zhang von der Abteilung für Rheumatologie der medizinischen Fakultät der University of Colorado im Journal of Clinical Investigation (2025; DOI: 10.1172/JCI185217).

Das Forschungsteam berichtet in der Publikation von konkreten Immunprofilen, die mit einem erhöhten Risiko für die Erkrankung einhergehen sollen.

Zhangs Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung von Methoden des computergestützten maschinellen Lernens zur Untersuchung von RA und anderen Autoimmunkrankheiten.

„Es wurde viel darüber geforscht, wie man einen Patienten nach der Diagnose behandelt. Es gab jedoch weniger Studien zur Entwicklung von Präventionsstrategien und zur Identifizierung gesunder Menschen, die Gefahr laufen, in den nächsten Jahren an RA zu erkranken“, erläuterte sie.

Die Forschung habe gezeigt, dass viele Menschen, die RA-Symptome entwickelten, immunologische Anomalien aufwiesen, die durch Bluttests bereits Jahre vor dem Auftreten der Symptome festgestellt werden könnten. Die Dauer dieser symptomfreien präklinischen Phase könne jedoch sehr unterschiedlich sein – und einige Menschen mit diesen Anomalien entwickelten nie die volle Krankheit.

„Was wir brauchen sind präzisere Methoden, um vorherzusagen, bei welchen Menschen mit präklinischen Anomalien oder mit einer familiären Vorgeschichte von RA die Krankheit in welchem Zeitraum vollständig ausbrechen wird“, so Zhang.

In der neuen Studie analysierte das Forschungsteam 167 Personen aus multizentrischen Kohorten, darunter 52 Menschen mit erhöhtem RA-Risiko (at-risk individuals, ARIs), 67 RA-Patientinnen und -Patienten sowie 48 gesunde Kontrollen. Als Risikofaktoren galten erhöhte Autoantikörpertiter gegen citrullinierte Proteine (ACPAs) oder eine familiäre Vorbelastung ersten Grades.

Es zeigten sich bei ARIs signifikante Unterschiede bei bestimmten Arten von Immunzellen, insbesondere bei der Vermehrung bestimmter T-Zell-Subtypen. Die Immunzelltypen wiesen Aktivierungsmerkmale auf und unterschieden sich von Zellen gesunder Kontrollen im Protein- und im Transkriptionsprofil.

Diese Zellen „könnten ein vielversprechender Marker für den Ausbruch von RA sein und zu verbesserten Präventionsstrategien führen“, so Zhang. Sie betonte aber, dass größere und geografisch vielfältigere Datensätze erforderlich seien, um die Ergebnisse zu validieren.

hil

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