Impfkommission: Viele Kinder schlecht vor Kinderlähmung geschützt

Frankfurt am Main – Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Reinhard Berner, warnt vor Lücken beim Impfschutz von Vorschulkindern. Sie wären in Gefahr, falls das Poliovirus nach Deutschland käme, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Je nach Region seien bis zu 40 Prozent der Drei- und Vierjährigen in Deutschland nicht ausreichend gegen das Poliovirus immunisiert, den Auslöser von Kinderlähmung. Zwar gebe es zurzeit keine Polio-Fälle in Deutschland, „aber käme das Virus zurück, wäre das brandgefährlich“.
Berner führt die Lücken beim Impfschutz nicht in erster Linie auf eine grundsätzliche Impfskepsis zurück. Problematisch sei vielmehr, dass in Deutschland viele Folgeimpfungen nicht zeitgerecht erfolgten.
Für die typische Kombinationsimpfung von Kleinkindern seien beispielsweise drei Dosen im Alter von zwei, vier und elf Monaten nötig. Dabei sei der richtige zeitliche Abstand sehr wichtig: „Die Verzögerung in ein späteres Lebensalter lässt eine Gruppe ungeschützter Kinder entstehen.“
Der gängige Kombinationsimpfstoff für Kinder schützt gegen Kinderlähmung (Polio), Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B.
Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen
Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.
Jetzt bei Google bevorzugenDiskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: