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Impfquoten bei Kindern weltweit höher als im Vorjahr – Ziele werden aber nicht erreicht

  • Mittwoch, 15. Juli 2026
/picture alliance, Miro May
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Genf – 90 Prozent aller Kinder weltweit wurden 2025 gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis geimpft, 85 Prozent erhielten alle drei Impfstoffdosen. Damit haben sich die Impfquoten im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt erhöht – bleiben allerdings noch unter dem präpandemischen Niveau. Weltweit gibt es damit noch 13,5 Millionen Kinder ohne jeglichen Impfschutz, heißt es in einem heute veröffentlichten Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF.  

Die Impfquoten variieren stark zwischen den Ländern. So stammen mehr als 50 Prozent der ungeimpften Kinder aus neun Ländern, zumeist in fragilen und konfliktbetroffenen Gebieten. Dazu gehören unter anderem Nigeria, die Demokratische Republik Kongo (DRC) und der Jemen. Gerade in solchen Regionen müssten die Impfmaßnahmen verstärkt werden, fordern die WHO und UNICEF.

„Obwohl die Zahl der Kinder ohne Impfung im Jahr 2025 erneut zurückgegangen ist, ist das Tempo des Rückgangs zu langsam, um die Ziele bis zum Ende des Jahrzehnts zu erreichen“, sagte Ephrem Tekle Lemango von UNICEF.  Nach der Immunization Agenda 2030 (IA2030) sollen bis 2030 alle Menschen weltweit Zugang zu Impfungen haben. Zentrales Ziel ist dabei auch, die Zahl der Kinder ohne Impfung im Vergleich zu 2019 zu halbieren.

Damals blieben 12,8 Millionen Kinder ohne eine erste Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis – zusätzliche 5,4 Millionen waren nicht vollständig geimpft. 2025 hatten 6,2 Millionen Kinder keinen vollständigen Impfschutz.

Auch Europaregion erreicht nicht das präpandemische Niveau

In der WHO-Region Europa liegt die Impfquote insgesamt bei 94 Prozent, 0,6 Millionen Kinder blieben ungeimpft. Doch auch hier gilt: Im Vergleich zu 2019 mit einer Impfabdeckung von 96 Prozent erhalten weniger Kinder eine Immunisierung gegen Tetanus, Diphterie und Pertussis (DTP1). Mehr als eine halbe Million Kinder waren gar nicht geimpft, 258.000 nur unzureichend.

Die WHO-Europaregion geht weit über die EU hinaus. Dazu gehören 53 Länder, darunter auch etwa die Türkei, Turkmenistan und Israel. Gut die Hälfte der gar nicht geimpften Kinder lebt in vier Ländern: Kasachstan, Türkei, Großbritannien und Aserbaidschan.

Deutschland: Hohe Impfabdeckung, dennoch viele Kinder ohne Impfschutz

In Deutschland lagen die Quoten hoch mit einer Abdeckung von 95–100 Prozent der DTP1-Impfung. Allerdings gehört Deutschland aufgrund seiner hohen Einwohnerzahl zu den zehn Ländern in Europa mit den meisten nicht geimpften Kindern. So haben 21.000 Kinder in Deutschland keine DTP1-Impfung erhalten.

Die Masernimpfung fehlt bei 26.000 Kindern in Deutschland. Rund 92 Prozent der Kinder bekamen – ebenso wie im Jahr davor – die erste Dosis der Masern-Impfung. 2019 waren es noch 94 Prozent gewesen.

Weltweit bleibt auch die Impfabdeckung gegen Masern hinter den Zielen zurück: 84 Prozent der Kinder erhielten 2025 eine erste Impfung. Die zweite Dosis erreichte nur noch 77 Prozent der Kinder.

„Beide Zahlen liegen weit unter der Schwelle von 95 Prozent, die erforderlich ist, um Ausbrüche dieses hochansteckenden Virus zu verhindern. Infolgedessen meldeten 57 Länder im Jahr 2025 große oder schwerwiegende Masernausbrüche“, sagte Kate O'Brien von der WHO.

HPV-Impfquote steigt – allerdings nicht schnell genug

Die niedrigsten Quoten finden sich bei Impfungen gegen Humane Papillomaviren (HPV), Rotavirus C (RotaC) und Polio. Zwar steigen die Impfquoten insbesondere bei HPV deutlich, bleiben aber hinter dem Ziel von einer 90-prozentigen Abdeckung bis 2030 zurück: Bei Mädchen lag sie 2025 bei 31 Prozent, bei Jungen bei acht Prozent. Das sind 20 beziehungsweise vier Prozentpunkte mehr als noch 2019. In Europa sind 41 Prozent der Mädchen und 30 Prozent der Jungen vollständig gegen HPV geimpft.

„Die durchschnittliche Durchimpfungsrate für alle 13 von der WHO empfohlenen Impfstoffe gegen elf Krankheiten liegt bei 74 Prozent in den von GAVI unterstützten Ländern und bei 77 Prozent in allen anderen Ländern“, erklärte O'Brien.

Die Global Alliance for Vaccines and Immunisation (GAVI) ist eine Partnerschaft aus Ländern und privaten Gebern mit dem Ziel, Impfungen in Ländern mit niedrigem Einkommen zu fördern. Diese müsse weiterhin gefördert und gestärkt werden, so O'Brien. Sie plädierte zudem dafür, falschen und irreführenden Gesundheitsinformationen entgegenzuwirken.

Denn trotz der positiven Leistung gebe es weiterhin Lücken: Als Beispiel nannte die WHO-Expertin die Hepatitis-B-Impfung zur Prävention von Infektionen und Krebs: „Obwohl die Wirksamkeit nachgewiesen ist, erhalten weltweit nur 43 Prozent der Säuglinge diese Hepatitis-B-Impfung.“

mim/dpa

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