Politik

In Nordrhein-Westfalen laufen Millionen Jodtabletten laufen ab

  • Freitag, 23. Oktober 2026
/picture alliance, Emily Wabitsch
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Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen (NRW) stehen rund 27 Millionen gelagerte Jodtabletten vor dem Ablaufdatum. Die Tabletten wurden zum Schutz bei Atomunfällen 2016 und 2017 angeschafft und dürfen nach Angaben des Innenministeriums wegen arzneimittelrechtlicher Vorgaben nach zehn Jahren nicht mehr verwendet werden.

Die 2016 beschafften Tabletten haben eine Wirkstoffgarantie bis Ende dieses Jahres. „Aufgrund fehlenden Bedarfs werden diese vernichtet“, hieß es aus dem Ministerium. Immerhin: „Für die Tabletten aus dem Beschaffungsjahr 2017 wird eine Weiternutzung im Ausland geprüft.“

Wie aus einem Erlass des Innenministeriums an die Bezirksregierungen hervorgeht, braucht man auch nicht mehr so viele Tabletten wie früher. Wegen der abgeschalteten Kernkraftwerke sei der Bedarf „mit den bundesbeschafften Kaliumiodidtabletten mit Wirkstoffgarantie bis zum 31. Dezember 2030 in allen Regierungsbezirken gedeckt“.

Insgesamt besteht für Nordrhein-Westfalen laut Innenministerium nur noch ein Bedarf von rund 17 Millionen Jodtabletten – der Bestand in Nordrhein-Westfalen beträgt aktuell aber etwa 76 Millionen Tabletten.

Deutschlandweit müssen nach Angaben des Düsseldorfer Innenministeriums Kaliumiodidtabletten für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schwangere und Stillende in der „Fernzone“ rund um Kernkraftwerke gelagert werden.

Eine Ausnahme gilt für die Städteregion Aachen, die Stadt Aachen selbst, sowie die Kreise Euskirchen, Düren und Heinsberg aufgrund der Entfernung zum belgischen Kernkraftwerk Tihange. Dort ist eine Vorhaltung von Jodtabletten für Menschen bis 45 Jahren erforderlich.

dpa

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