Hochschulen

Innovative Lehrprojekte an Medizinischer Fakultät Bonn gefördert

  • Donnerstag, 2. April 2026
/amazing studio, stock.adobe.com
/amazing studio, stock.adobe.com

Bonn – Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert drei neue Lehrprojekte in Bonn, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Technologien praxisnahes Lernen im Medizinstudium stärken sollen. Die Arbeitsgruppe der Universität und des Universitätsklinikums Bonn (UKB) erhält insgesamt mehr als eine Million Euro für die Umsetzung ihrer Vorhaben.

Mit dem Projekt V-RAY möchte die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des UKB neue Impulse für die Ausbildung im Strahlenschutz setzen. Mit einer Virtual-Reality-Brille sollen Studierende und Fachkräfte in realitätsnahen Szenarien aus der Strahlentherapie die Wirkung ionisierender Strahlung besser verstehen.

„KI-gestütztes Feedback und Simulationen veranschaulichen Vorgänge wie Strahlungsaufnahme und -streuung und ermöglichen es den Studierenden, Schutzmaßnahmen praxisnah zu üben“, hieß es aus dem Projektteam. Die Stiftung unterstützt das Vorhaben mit rund 400.000 Euro.

395.000 Euro erhält ein KI-gestütztes Skillslab-Projekt der Augenklinik, in dem Studierende zum Beispiel operative Fertigkeiten trainieren können. Das Skillslab der Augenklinik des UKB ist eine Trainingseinrichtung für praktische Fertigkeiten in der Augenheilkunde.

Durch die Kombination aus praktischen Übungen und KI-gestützter Software sollen Studierende ihre Fähigkeiten in einer sicheren Umgebung außerhalb des Klinikalltags trainieren. Vorgesehen sind Praxisstationen, an denen sie unter anderem nicht-invasive Untersuchungen digital durchführen und operative, mikrochirurgische Fertigkeiten mit digitaler Unterstützung üben können. 

Am Zentrum für Neurologie entsteht mit „NOSI“, dem „Neurologischen Okulomotoriksimulator“, eine digitale Trainingsmöglichkeit für die Untersuchung von Pupillenreaktionen und Augenbewegungen. Die Fördersumme beträgt 287.000 Euro.

Die Untersuchung von Pupillenreaktionen und Augenbewegungen ist ein zentraler Bestandteil der neurologischen Diagnostik. Um pathologische Befunde korrekt zu erkennen und einzuordnen, bedarf es viel Übung. Da geeignete Patienten nur begrenzt zur Verfügung stehen, entwickelt das Projektteam um Johannes Weller am Zentrum für Neurologie des UKB einen digitalen Simulator. Er soll Studierenden das Trainieren der Untersuchung ermöglichen. 

„Studieninhalte greifbar zu machen, ist in der Medizin besonders wichtig. Digitale Formate können unsere Studierenden dabei unterstützen, sich noch gezielter auf den Klinikalltag vorzubereiten“, sagte der Studiendekan Bernd Pötzsch in Bezug auf alle drei Projekte. 

Die Förderlinie „Freiraum“ schreibt die Stiftung Innovation in der Hochschullehre seit 2022 aus. In der Förderperiode 2026 werden bundesweit 143 Projekte über einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert – das gesamte Fördervolumen für die ausgewählten Projekte beträgt rund 46 Millionen Euro. 

Die 2020 gegründete Stiftung hat mit bis zu 150 Millionen Euro Fördergeld im Jahr das Ziel, qualitativ hochwertige und international wettbewerbsfähige Lehre an deutschen Hochschulen zu stärken. Sämtliche Mittel werden von Bund und Ländern zur Verfügung gestellt.  

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung