Ärzteschaft

Intensivmediziner sehen Intensivstationen bis mindestens März stark belastet

  • Montag, 21. Dezember 2020
Uwe Janssens, Präsident der DIVI (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin). /picture alliance, Kay Nietfeld
Uwe Janssens, Präsident der DIVI (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin). /picture alliance, Kay Nietfeld

Düsseldorf – Die deutschen Intensivmediziner rechnen noch über viele Wochen mit einer angespannten Lage auf den Intensivstationen. „Der Impfstart bringt den Intensivstationen zunächst keine Entlastung“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, vorgestern der Rheinischen Post.

Die Impfungen würden sich im geringen Umfang auch auf den Intensivstationen wohl erst ab März oder April positiv niederschlagen, so Janssens. Er verwies auf den geplanten Ablauf der Immunisierungskam­pag­ne.

„Die erste Gruppe der Impfpersonen sind knapp neun Millionen Menschen, wir haben aber zwischen 15 und 21 Millionen vulnerable Personen in Deutschland, also Menschen, die älter sind oder eine Vorer­krankung haben.“ Diese gelten als besonders gefährdet für schwere Krankheitsverläufe bei einer Coro­nainfektion.

Janssens ermahnte die Bevölkerung zur Disziplin. Der harte Lockdown, der seit vergangenen Mittwoch gilt, sei möglicherweise gerade noch rechtzeitig erfolgt. „Wir könnten die Lage auf den Intensivstationen gerade noch im Griff behalten, wenn jetzt alle Menschen den Rat der Politik und der Mediziner befolgen, ihre Kontakte auch an Weihnachten stark zu reduzieren.“

afp

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