Politik

IQWiG hält Nutzenbewertung für nichtinvasive KHK-Diagnostik für sinnvoll

  • Mittwoch, 1. Juli 2020
/samunella, stock.adobe.com
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Berlin – Zum Nutzen der CT-Angiografie (CTA) und des Stress-MRT in der Diagnostik von Koronaren Herzkrankheiten (KHK) gibt es „aussagekräftige Evidenz“. Das ist das Ergebnis einer systematischen Literaturrecherche des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das Institut schlägt dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vor, den Nutzen zu be­werten.

Dem IQWiG zufolge empfehlen drei zur Orien­tie­rung ausgewählte evidenzbasierte Leit­linien übereinstimmend nichtinvasive Methoden für den ersten Test zur Diagnose einer chronischen KHK. Die Wissenschaftler untersuchten Studien, die die nichtinvasiven Ver­fahren der CTA und des Stress-MRT vor allem mit der invasiven Koronarangiografie (ICA) verglichen.

Die CTA verzeichnete in den vom IQWiG untersuchten Studien eine Sensitivität von 90 Prozent und mehr, bei einer Spezifität von fast 80 Prozent im Vergleich mit der ICA. Drei der untersuchten Metaanalysen randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) zeigten zu­dem signifikant weniger Myokardinfarkte nach CTA-basierten Diagnosen im Vergleich mit verschiedenen anderen nichtinvasiven Untersuchungen, so das Institut.

Die Stress-MRT-Methode konnte demnach eine Sensitivität von 82 bis 91 Prozent gegen­über ICA und eine 74- bis 80-prozentige Spezifität erreichen. Dabei hatte nach der Analy­se des IQWiG weder die CTA noch das Stress-MRT einen Effekt auf die Gesamtmortalität. Hierbei reichte die Datenlage der MRT-Studien jedoch nicht für eine verlässliche Aussage, räumte das Institut ein.

Die Recherchen beschränkten sich auf Publikationen seit dem Jahr 2015 und auf maximal acht Publikationen pro Testverfahren. Dabei durchsuchten die Forscher die Datenbank Medline sowie die Webseiten des Britischen „National Institute for Health and Care Ex­cellence“ und der US-amerikanischen „Agency for Healthcare Research and Quality“.

Aus 24 einbezogenen Metaanalysen wurden neun für die Darstellung der Ergebnisse he­rangezogen. Vier von ihnen waren systematische Übersichtsarbeiten auf Basis von RCTs. Die weiteren fünf waren Übersichten von Studien zur diagnostischen Güte der Verfahren.

jff

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