Ausland

Jamaika kündigt Aufbau von Feldlazaretten an

  • Montag, 3. November 2025
Menschen versammeln sich inmitten von Trümmern in der Nähe einer Brücke in Black River, Jamaika. /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Matias Delacroix
Menschen versammeln sich inmitten von Trümmern in der Nähe einer Brücke in Black River, Jamaika. /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Matias Delacroix

Kingston – Nach den Verwüstungen durch Hurrikan „Melissa“ hat die jamaikanische Regierung den Aufbau mehrerer Feldlazarette angekündigt. Das erste von ihnen sollte gestern in der Stadt Black River errichtet werden, wie Gesundheitsminister Christopher Tufton ankündigte.

Er rechne damit, dass mit Hilfe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und mehrerer Länder, darunter Spanien, Kanada und Indien, der Aufbau weiterer Feldlazarette ermöglicht werde. Insbesondere im Westen der Karibikinsel waren die Krankenhäuser durch den Hurrikan schwer beschädigt worden.

Der verheerende Hurrikan „Melissa„ hat in der Karibik noch mehr Menschen in den Tod gerissen als bisher bekannt. Allein in Jamaika gibt es nach Regierungsangaben inzwischen 28 bestätigte Todesfälle.

Zudem lägen Berichte über weitere mögliche Opfer vor, die noch überprüft werden müssten. Damit hat der Wirbelsturm, der vergangene Woche in mehreren Inselstaaten der Karibik wütete, mindestens 59 Menschen das Leben gekostet.

„Melissa“ hatte Jamaika am vergangenen Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde erreicht. Der Wirbelsturm war einer der stärksten Hurrikane im Atlantik seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die wuchtigen Böen brachten Häuser zum Einsturz, rissen Bäume und Strommasten um, hinzu kamen Überschwemmungen und Erdrutsche infolge des heftigen Regens. In Haiti kamen mindestens 30 Menschen ums Leben, in der benachbarten Dominikanischen Republik gab es ein Todesopfer.

Das Welternährungsprogramm (WFP) hat 5.000 Lebensmittelpakete nach Jamaika geliefert, mit dem rund 15.000 Menschen eine Woche ernährt werden können. Doch ganze Gebiete sind weiterhin von der Außenwelt abschnitten.

Umgeknickte Bäume und Masten versperren nach wie vor die Zugangswege für Hilfsgütertransporte. In den besonders übel getroffenen Gebieten im Südwesten Jamaikas haben die Menschen große Schwierigkeiten, an Lebensmittel und Wasser zu gelangen. Zudem wurde ein Großteil der Ernte durch den Wirbelsturm vernichtet.

„Melissa“ fegte über Regionen hinweg, die für die Landwirtschaft von zentraler Bedeutung sind, wie Agrarminister Flyod Green der Zeitung The Gleaner sagte. Felder seien zerstört, die Märkte leer – das bedeute neben fehlenden Nahrungsmitteln für die Inselbewohner auch Probleme für den Export: Fast alle Süßkartoffeln des Landes, das wichtigste Agrarexportgut Jamaikas, werden in der betroffenen Region angebaut.

Gesundheitsminister Christopher Tufton warnte vor Gesundheitsrisiken durch verdorbene Lebensmittel und verunreinigtes Wasser. „Ich weiß, dass es eine schwierige Zeit ist, und ich weiß, dass Lebensmittel kostbar sind, aber es kann gefährlich sein, kontaminierte Lebensmittel zu verzehren“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Das Problem dahinter: Vielerorts haben die Menschen keinen Strom, um ihre Lebensmittel zu kühlen.

afp/dpa

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