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Jugendliche seltener wegen Alkoholvergiftung in Klinik

  • Mittwoch, 11. Februar 2026
/Naz, stock.adobe.com
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Wiesbaden – Alkoholmissbrauch führt in Deutschland immer seltener zu einem Klinikaufenthalt. Besonders auffällig ist der Rückgang bei Jugendlichen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) in Wiesbaden wurden 2024 rund 283.500 Menschen aufgrund einer ausschließlich durch Alkohol bedingten Diagnose stationär im Krankenhaus behandelt. Das waren rund 29 Prozent weniger Patientinnen und Patienten als zehn Jahre zuvor (398.500). Der Anteil der Männer lag bei etwa 73 Prozent.

„Damit erreichten die Fallzahlen 2024 den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre“, erklären die Statistiker. Sie weisen auch darauf hin, dass die Zahl der Krankenhausbehandlungen insgesamt im selben Zeitraum ebenfalls zurückging – um 8,6 Prozent auf 17,9 Millionen Fälle. Zugleich sank aber auch der Anteil stationärer Aufenthalte durch Alkoholkonsum von zwei Prozent im Jahr 2014 auf 1,6 Prozent im Jahr 2024.

Generell ging die Zahl der alkoholbedingten Krankenhausbehandlungen in nahezu allen Altersgruppen zurück, wie die Experten betonen. Den stärksten Rückgang (minus 59 Prozent) gab es binnen zehn Jahren bei den Zehn- bis 19-Jährigen. Konkret sank die Zahl in dieser Altersgruppe von 24.300 auf 10.100 im Jahr 2024.

„Grund dafür ist, dass immer weniger junge Menschen aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt werden“, erklären die Statistiker. Laut den Angaben sank die Zahl dieser akuten Fälle um 60,8 Prozent – von 22.400 im Jahr 2014 auf 8.800 im Jahr 2024.

Auch bei den 20- bis 39-Jährigen (minus 27,6 Prozent) und den 40- bis 59-Jährigen (minus 35,2 Prozent) gab es klare Rückgänge bei den alkoholbedingten stationären Aufenthalten. Am schwächsten war der Rückgang bei den 60- bis 79-Jährigen (minus 1,4 Prozent). Lediglich in der Altersgruppe ab 80 Jahren gab es einen Anstieg – um 22,4 Prozent.

Die häufigste Ursache war insgesamt Alkoholabhängigkeit (42,5 Prozent). Auf einen akuten Rausch gingen rund 21 Prozent der Fälle zurück. Entzugssyndrome machten rund 15 Prozent aus – dahinter folgten alkoholbedingte Erkrankungen des Verdauungssystems (13 Prozent) oder der Bauchspeicheldrüse (5 Prozent).

Erstaunen mag, dass trotz des Rückgangs bei den Klinikaufenthalten die Zahl der ausschließlich alkoholbedingten Todesfälle zugenommen hat. Diese lag 2024 bei 14.400, das waren 2,1 Prozent mehr als 2014. Aber auch hierfür haben die Statistiker eine Erklärung: „Der leichte Anstieg der alkoholbedingten Todesfälle ist demografisch bedingt.“ Um demografische Effekte bereinigt zeige sich ein Rückgang: Denn die altersstandardisierte Zahl der alkoholbedingten Sterbefälle je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner nahm den Daten zufolge um 3,4 Prozent ab.

dpa

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