Ärzteschaft

Kammer Berlin für Reformen in der PKV

  • Freitag, 13. Januar 2012
Günther Jonitz
Günther Jonitz

Berlin – Für die Private Krankenversicherung (PKV) ausgesprochen hat sich die Ärztekammer Berlin. „Es ist politisch unklug, das relativ gut funktionierende private System anzugreifen, statt die schlecht funktionierende staatliche Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu reformieren“, sagte deren Präsident Günther Jonitz heute in Berlin.

Gleichwohl sei eine Reform der PKV für notwendig, damit sie auf Dauer lebensfähig bleibe. „Es ist pervers, wenn die Versicherungsunternehmen für Provisionen von Versicherungsvertretern genauso viel zahlen wie für die Honorare von Ärzte“, sagte er. Außerdem habe die PKV bislang nicht versucht, gemeinsam mit den Ärzten die Kostensteigerung zu bremsen. Gleichzeitig betonte Jonitz, dass das Problem der Kostensteigerung GKV und PKV betreffe.

„Dieses Kostenproblem wird nicht dadurch gelöst, dass man entweder die eine oder die andere Versicherung abschafft“, erklärte er. Geringere Kostensteigerungen im Bereich der GKV seien nur durch staatlich verordnete Sparmaßnahmen und immensen Kostendruck möglich. Zudem werde das GKV-System nicht unerheblich durch Steuermittel mitfinanziert.

Jonitz forderte, die Politik müsse endlich die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft neu gestalten. „Die staatliche GOÄ, die Patienten vor übermäßigen Rechnungen schützen soll, ist zuletzt vor über 20 Jahren reformiert worden und bildet den medizinischen Fortschritt nicht mehr ab“, unterstrich der Berliner Kammerpräsident.

hil

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