Kammer Hessen warnt vor Cannabis-Freigabe
Frankfurt – Die Landesärztekammer Hessen hat sich entschieden dagegen ausgesprochen, Cannabisprodukte in Deutschland freizugeben. Sprecher von Union und Bündnis 90/Die Grüne hatten in einer ungewohnten Allianz eine „regulierte Freigabe“ gefordert. Als Gründe nannten sie die Bekämpfung des Schwarzmarktes und mehr Steuereinnahmen. „Eine wirtschaftspolitische Argumentation über die medizinischen Sachverhalte zu stellen, ist unverantwortlich und gefährlich“, lehnte der Präsident der Landesärztekammer Hessen Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, das Ansinnen ab.
Von Knoblauch zu Hatzbach wies insbesondere auf die gesundheitlichen Risiken von Cannabis hin. So zeigten Studien, dass der Konsum in der Jugend und Pubertät unter anderem zu deutlichen kognitiven Einschränkungen führe. Betroffen seien vor allem Kurzzeitgedächtnis, Aufmerksamkeit, Reaktionszeiten und die verbale Ausdrucksfähigkeit.
Auch ein höheres Risiko an einer Schizophrenie zu erkranken, werde in empirischen Forschungen mit Cannabisgebrauch in Verbindung gebracht. „Einzig der therapeutische Einsatz von Cannabinoiden nach ärztlicher Indikationsstellung und unter ärztlicher Aufsicht ist gesellschaftlich zu verantworten“, stellte von Knoblauch zu Hatzbach klar.
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