Kammer Westfalen Lippe kritisiert Unterversorgung von Schmerzpatienten
Münster – Die Versorgungswege für Patienten mit chronischen Schmerzen besser zu strukturieren und Behandlungskapazitäten auszubauen hat die Ärztekammer Westfalen-Lippe gefordert. „Es gibt einen hohen Grad an schmerztherapeutischer Unter- und Fehlversorgung“, sagte der Präsident der Kammer, Theodor Windhorst, im Vorfeld des fünften Bielefelder Schmerztages.
Für die Behandlung von Schmerzpatienten stehen laut Kammer bundesweit derzeit 1.027 schmerztherapeutisch tätige Ärzte zur Verfügung, davon sind aber nur 381 ausschließlich schmerztherapeutisch tätig. In Westfalen-Lippe gibt es 386 Ärzte mit der Zusatzweiterbildung „Spezielle Schmerztherapie“. 235 von ihnen sind im Krankenhaus tätig, 116 als niedergelassene Ärzte.
Nur neun Ärzte in Westfalen-Lippe geben „Schmerztherapie“ als Haupttätigkeit an, zwei von ihnen sind Niedergelassene. „Wir brauchen eine Bedarfsplanung für die spezielle Schmerztherapie, wir müssen sie neu gewichten“, forderte Windhorst. Umfragen zufolge vergingen bei Schmerzpatienten bislang im Durchschnitt vier Jahre von ersten Symptomen bis zum Beginn schmerztherapeutischer Maßnahmen.
Bei der Versorgung von Schmerzpatienten ist die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und weiteren Berufen des Gesundheitswesens laut Windhorst unerlässlich. Dabei sollten die Rollen jedoch sehr klar verteilt sein: Die Gesamtverantwortung für Diagnose und Therapie gehöre in ärztliche Hand, forderte der Kammerpräsident.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: