Ärzteschaft

Kammer Westfalen Lippe kritisiert Unterversorgung von Schmerzpatienten

  • Mittwoch, 6. November 2013

Münster – Die Versorgungswege für Patienten mit chronischen Schmerzen besser zu strukturieren und Behandlungskapazitäten auszubauen hat die Ärztekammer West­falen-Lippe gefordert. „Es gibt einen hohen Grad an schmerztherapeutischer Unter- und Fehlversorgung“, sagte der Präsident der Kammer, Theodor Windhorst, im Vorfeld des fünften Bielefelder Schmerztages.

Für die Behandlung von Schmerzpatienten stehen laut Kammer bundesweit derzeit 1.027 schmerztherapeutisch tätige Ärzte zur Verfügung, davon sind aber nur 381 ausschließ­lich schmerztherapeutisch tätig. In Westfalen-Lippe gibt es 386 Ärzte mit der Zusatz­weiter­bildung „Spezielle Schmerztherapie“. 235 von ihnen sind im Krankenhaus tätig, 116 als niedergelassene Ärzte.

Nur neun Ärzte in Westfalen-Lippe geben „Schmerztherapie“ als Haupttätigkeit an, zwei von ihnen sind Niedergelassene. „Wir brauchen eine Bedarfsplanung für die spezielle Schmerztherapie, wir müssen sie neu gewichten“, forderte Windhorst. Umfragen zufolge vergingen bei Schmerzpatienten bislang im Durchschnitt vier Jahre von ersten Symp­tomen bis zum Beginn schmerztherapeutischer Maßnahmen.

Bei der Versorgung von Schmerzpatienten ist die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und weiteren Berufen des Gesundheitswesens laut Windhorst unerlässlich. Dabei sollten die Rollen jedoch sehr klar verteilt sein: Die Gesamtverantwortung für Diagnose und Therapie gehöre in ärztliche Hand, forderte der Kammerpräsident.

hil

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