Kardiologen nehmen minimalinvasive Korrektur der Mitralklappe in den Blick

Mannheim – Nach der Erfolgsgeschichte beim interventionellen Ersatz der Aortenklappe (TAVI) nehmen Kardiologen die Mitralklappe in den Blick. „Die Mitralklappe ist nach wie vor die Domäne der Herzchirurgie, allerdings gibt es bereits eine Katheterintervention, die routinemäßig an dieser Klappe durchgeführt wird, nämlich den Mitraclip“, erläuterte Malte Kelm, Düsseldorf, auf der 81. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim.
Die Mitralklappe – bekanntlich zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer befindlich – war bis vor kurzem mit dem Herzkatheter nicht erreichbar und konnte allenfalls in einer offenen Operation an der Herzlungenmaschine korrigiert werden. Eine wesentliche Voraussetzung für den Mitralklappeneingriff mittels Herzkatheter ist die Entwicklung der kardialen Bildgebung. „An der Aortenklappe kann man mit dem Katheter unter Angiographie-Bedingungen, also unter Röntgen-Kontrolle, arbeiten. An der Mitralklappe nicht. Da ist High-End-Bildgebung, zum Beispiel mit Ultraschall, erforderlich, die auch 3D-Datensätze verarbeiten kann“, erläuterte Kelm in Mannheim. Derartige Geräten schüfen die Basis für ein interventionelles Vorgehen bei Erkrankungen der Mitralklappe.
Die Medizintechnik-Industrie hat laut Kelm zahlreiche Neuentwicklungen in der Pipeline, bis hin zum kompletten Klappenersatz. Bereits in Anwendung befinden sich laut dem Kardiologen neben dem Mitralclip zum Beispiel Techniken, die den erweiterten Anulus, die ringförmige Basis der Klappe, soweit zusammenziehen sollen, dass wieder eine einwandfreie Klappenfunktion hergestellt werden kann. „Meine Hoffnung ist, dass wir bei der Mitraklappe so weit kommen, wie wir mit der TAVI bei der Aortenklappe gekommen sind“, gab Kelm in Mannheim einen Ausblick.
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