Ärzteschaft

KBV warnt vor übersteigerten Erwartungen aufgrund aufgehobener Impfpriorisierungen

  • Freitag, 14. Mai 2021
KBV-Chef Andreas Gassen (links) und KBV-Vize Stephan Hofmeister /Jürgen Gebhardt
KBV-Chef Andreas Gassen (links) und KBV-Vize Stephan Hofmeister /Jürgen Gebhardt

Berlin – In vielen Bundesländern wird die Priorisierung für alle Coronaimpfstoffe kurzfristig aufgehoben. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) appelliert in diesem Zusammenhang an die Politik, keine falschen Erwartungen bei den Bürgerinnen und Bürgern zu wecken – entscheidend für das Impftempo bleibe die Menge der vorhandenen Impfstoffe.

„Zunächst einmal ist es zu begrüßen, dass die Politik die wichtige Rolle der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erkannt hat, damit das Impfen schnell voranschreitet und zum Turbo wird. Es ist auch richtig, so viele Menschen so schnell wie möglich zu impfen und folglich die Priorisierung aufzuheben“, betonten Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV und Stephan Hofmeister, stellvertretender KBV-Vorstandsvorsitzender.

Momentan und leider auch in den nächsten Tagen seien die in den Arztpraxen zu Verfügung stehenden Impfstoffmengen jedoch viel zu knapp, um sofort alle zu impfen, die auch geimpft werden wollen. „Ankündigungen, ab Montag würden Priorisierungen wegfallen, führen leider dazu, dass viele Menschen denken, jetzt sofort könnten sie sich impfen lassen. Dem ist natürlich mitnichten so“, sagte Gassen.

Frust, Zorn und Ärger treffe dann die Ärzte und vor allem ihre Teams der Medizinischen Fachangestellten in den Praxen, warnte Hofmeister. Zudem müssten sich die Arztpraxen auch vorbereiten können. Da sei es kontraproduktiv, wenn etwa der Gesundheitssenat in Berlin Ankündigungen mache, ohne das mit der Kassenärztlichen Vereinigung darüber vorher gesprochen wurde.

EB/aha

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