Keine Personalreserven in der Altenpflege

München – Im Oktober 2016 gab es in ganz Bayern gerade einmal 199 arbeitslose Altenpflegefachkräfte. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Pflegeforschung (DIP), die jetzt beim Symposium des Kuratoriums Wohnen im Alter (KWA) vorgestellt wurde.
Demnach kamen im Freistaat auf eine arbeitslos gemeldete Altenpflegekraft bis zu 68 offen gemeldete Stellen. Vor diesem Hintergrund rät das DIP Pflegeeinrichtungen, sich gezielt auf die Entwicklung des eigenen Personals sowie einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit zu konzentrieren.
Personelle Reserven sieht DIP-Studienautor Michael Isfort lediglich darin, beispielsweise aus einer 60-Prozent-Stelle eine 75-Prozent-Stelle zu machen. Für Heime in Oberbayern oder Schwaben gebe es diesbezüglich jedoch nur wenig Potenzial. Denn hier liegen die Vollzeitquoten bereits bei 78 Prozent (Oberbayern) und bei 93 Prozent (Schwaben).
Auch der Raum München steht laut Studie vor enormen Herausforderungen. Denn der Ersatzbedarf in der Altenpflege ist derzeit drei Mal so groß wie die Zahl qualifizierter Berufseinsteiger nach der Ausbildung. „Es fehlen hier schlichtweg die notwendigen Schulplätze. Und das, obwohl beispielsweise im Landkreis München von 2015 bis 2030 die Zahl der über 80-Jährigen um 75 Prozent steigen wird“, verweist Isfort auf demografische Prognosen.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt er dringend, trägerübergreifende regionale Allianzen zur Gewinnung und Qualifikation von Mitarbeitern für die Pflege zu schaffen statt mit „Abwerbeprämien und Kopfgeldern“ um Mitarbeiter zu kämpfen.
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