Vermischtes

Konsequente Aufsicht und mehr Personal für Seniorenheime gefordert

  • Dienstag, 24. Januar 2017

München – Nach dem Skandal in Unterfranken will Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die Altenheime im Freistaat besser kontrollieren. Patientenschützer begrüßen den Vorstoß, doch Pflegern geht er nicht weit genug: Das eigentliche Problem liege woan­ders.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat den Vorstoß von Gesundheitsministerin Huml begrüßt, die Aufsicht von Seniorenheimen neu zu regeln. Huml hatte eine Gesetzes­än­de­rung in Aussicht gestellt, wonach Heimaufsichten künftig konkrete Maßnahmen veran­lassen müssen, wenn sie einen Mangel in einem Seniorenheim wiederholt feststellen.

Die Heimaufsichten hätten zwar jetzt schon die Möglichkeit, ein Heim zu schließen, er­läu­terte Stiftungsvorsitzender Eugen Brysch. Davon machten sie aber nur zögerlich Ge­brauch. „Wenn ein Pflegeheim geschlossen werden soll, ist immer die Frage: Was ma­chen wir mit den Bewohnern?“ Deshalb versuchten die Heimaufsichten meist erst, einen „gemeinsamen Weg“ mit den Heimbetreibern zu finden. „Doch die Heimbetreiber sind sich ihrer starken Rolle bewusst. Genau das macht es den Aufsichtsbehörden so schwer, Druck auszuüben, ohne das Heim schließen zu müssen.“

Der Berufsverband für Pflegeberufe DBfK sieht das Problem hingegen bei der Personal­ausstattung der Altenheime. Die Geschäftsführerin des DBfK Südost, Marliese Bieder­beck, erklärte heute zu Humls Vorstoß. „Das ist zwar schön und gut, dennoch wird seit Jahren versäumt, für stationäre Pflegeeinrichtungen verbindliche Personalschlüssel ein­zuführen.“ Das sei ein „dringend notwendiger Schritt“: Die Personalausstattung vieler Al­tenheime sei „desaströs“.

Die Heimaufsicht ist in Bayern den Landratsämtern angegliedert. Nach Festnahmen we­gen Totschlags in einem unterfränkischen Altenheim vor zwei Monaten war vielfach Kritik am Vorgehen der Behörden geäußert worden.

dpa

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