Kinderchirurgen warnen vor Verletzungsrisiko bei Trendsportarten

Hamburg – Trendsportarten wie Downhill-Biken, Snowboarden oder Trampolinspringen führen häufig zu Knochenbrüchen. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) hingewiesen. Kinder und Jugendliche brechen sich laut der Fachgesellschaft ihre Knochen häufiger als Erwachsene. Bei Mädchen ereignen sich drei Viertel der Frakturen vor dem neunten Lebensjahr, bei Jungen bis zum Alter von zwölf Jahren.
Mit 50 bis 75 Prozent sind die Arme gegenüber den Beinen am häufigsten betroffen. Letzteres gilt für nahezu jede Sportart: „Am häufigsten beobachten wir ellbogennahe Knochenbrüche sowie Frakturen der Unterarme in Nähe des Handgelenks“ berichtet Lucas Wessel, Chefarzt der Kinderchirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim.
Gerade das große Trampolin berge ein hohes Verletzungsrisiko, wenn mehr als ein Kind es gleichzeitig benutzen, so der Experte. Katapulteffekte führten hier zu Zusammenstößen, durch die leichtere Springer besonders gefährdet seien. Dabei komme es immer wieder zu komplizierten Brüchen, aber auch zu Schädelverletzungen, die mit Hirnblutungen einhergehen könnten.
Wessel betonte, während im Erwachsenenalter fast alle Brüche operiert würden, sei dies bei Kindern keinesfalls immer notwendig. Nahe der Wachstumsfugen korrigiere der Knochen etwaige Fehlstellungen selbst, indem er weiter wachse. Hier genüge oft ein Gips und regelmäßige Frakturkontrollen als Therapie. „Es muss jedoch genau unterschieden werden, an welcher Gliedmaße und in der Nähe welcher Wachstumsfuge die Verletzung liegt“, betonte Wessel. Laut der Fachgesellschaft sollten Kinderchirurgen die entsprechenden Knochenbrüche behandeln, um Behinderungen und Schiefstellungen zu vermeiden.
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