Kitas und Schulen sollten früh über Folgen von Freizeitlärm aufklären
Berlin – Das öffentliche Bewusstsein für lärmbedingte Hörstörungen ist in Deutschland zu gering, obwohl diese vermeidbar sind. Darauf hat Rudolf Henke, Vorsitzender des Ausschusses „Prävention und Bevölkerungsmedizin“ der Bundesärztekammer, heute anlässlich des Internationalen Tags des Lärms hingewiesen. Der Tag steht unter dem Motto „Laut war gestern!“.
„Besonders Kinder und Jugendliche müssen geschützt werden. Deshalb sollte schon in Kindertagesstätten und Schulen früh über die Konsequenzen von Freizeitlärm aufgeklärt werden“, forderte Henke. Lautes Kinderspielzeug, Feuerwerkskörper, elektroakustische Verstärkung von Musik könnten dem Gehör ebenso schaden wie auch Verkehrs- und Fluglärm. „Geringere Lärmbelästigung kann die Lebensqualität der Menschen steigern und die Krankheitslast in der Bevölkerung verringern“, so Henke.
Ein Gehörschaden behindert laut BÄK in hohem Maße die zwischenmenschliche Kommunikation. Erworbene Hörstörungen könnten bereits bei Kindern und Jugendlichen auftreten, wie aus einer Empfehlung der Bundesärztekammer „Zur Frage der Vermeidung von Hörstörungen durch Freizeitlärm im Kindes- und Jugendalter“ hervorgeht. Ein chronischer Hörverlust ist demnach nicht mehr reversibel und kann mit der Entstehung von Ohrgeräuschen (Tinnitus) verbunden sein.
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