Kooperation von Pathologen und Humangenetikern bei Tumortherapie immer wichtiger
Berlin – Molekulare Tumorboards, in denen sich Spezialisten mit molekular-genetischer Erfahrung austauschen, werden für die Diagnostik und die Therapie von Krebserkrankungen immer wichtiger. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP) hingewiesen.
Herkömmliche Tumorboards sind in spezialisierten Krebszentren und Kliniken mittlerweile etabliert. In diesen kommen die behandelnden Ärzte eines Patienten zur Besprechung der bestmöglichen Therapie zusammen. Das sind je nach Krankheitsbild Onkologen, Radiologen, Chirurgen, Pathologen und weitere Fachmediziner wie Gynäkologen, Urologen oder Pneumologen.
„Im Zuge der Überleitung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in die Praxis gewinnt eine spezialisierte Form der Tumorboards, die molekularen Tumorboards, an Bedeutung“, erläuterte Arndt Hartmann, Direktor des Pathologischen Institutes am Universitätsklinikum Erlangen. Dort erörtern Spezialisten beispielsweise, wie medizinische Innovationen auf kurzem Weg für den einzelnen Patienten genutzt werden können. „Die ersten sehr guten Erfolge in der Praxis belegen die Bedeutung dieser noch jungen Plattform für den fachlichen Austausch“, so Hartmann.
„In den molekularen Tumorboards suchen wir unter anderem nach Parallelen. Verschiedene Tumor-Entitäten verfügen teilweise über die gleichen genetischen Veränderungen, sodass die Tumoren möglicherweise auch auf die gleichen zielgerichteten Therapien ansprechen“, führte Florian Haller vom Universitätsklinikum Erlangen aus. In Studien wurden beispielsweise die in einem Teil der Ovarialkarzinome nachweisbaren Mutationen der BRCA1- und BRCA2-Gene untersucht und speziell für diese Fälle ein neuer Wirkstoff entwickelt.
„Im Rahmen unserer molekular-genetischen Untersuchungen an Tumoren für das molekulare Tumorboard am Computer-Chemie-Centrum Erlangen konnten wir vergleichbare Mutationen auch in Prostata- oder Bauchspeicheldrüsenkarzinomen nachweisen. Diese Patienten profitieren möglicherweise auch von der Therapie, die eigentlich für das Ovarialkarzinom entwickelt wurde“, so Haller. „Die Zeichen der molekularen Tumorboards stehen auf Wachstum“, so das Fazit der Deutschen Gesellschaft für Pathologie.
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