Ärzteschaft

Kostenpflichtige Beratung: Kritik an Apothekenplänen

  • Donnerstag, 15. August 2013

Berlin/Bad Segeberg – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein hat scharfe Kritik an Forderungen des stellvertretenden Vorsitzenden der ABDA ­ Bundes­vereinigung Deutscher Apothekerverbände , Mathias Arnold, geübt. Dieser hatte gefordert, Apotheker sollten künftig für bestimmte Beratungsleistungen ein gesondertes Honorar erhalten.

Am Wochenende hatten verschiedene Medien über die Fordrungen berichet. „Hier soll in die Kernkompetenz des Arztes eingegriffen und dafür auch noch Geld kassiert werden“, sagte die KV-Vorstandsvorsitzende Monika Schliffke. Medizinische Behandlung und Medikation seien „untrennbar miteinander verbunden und originäre Aufgabe des Arztes“, so Schliffke. Dieser trage dafür auch die Verantwortung und übernehme die Haftung. Im Unterschied zum Arzt fehlten dem Apotheker wichtige Erkenntnisse über Krankheitsbild und spezielle Bedürfnisse des Patienten.

Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, nannte die Forderung in den Lübecker Nachrichten „durchsichtig“. „Gerade chronisch kranke Patienten werden in regelmäßigen Abständen vom behandelnden Hausarzt in Kenntnis ihrer Lebensumstände und Diagnosen zur erforderlichen Arzneimitteltherapie beraten“, so Weigeldt. Er schlug daher im Gegenzug vor, chronisch kranken Patienten die Möglichkeit einzuräumen, ihre Arzneimittel wie in anderen Ländern auch bei ihrem Hausarzt zu bekommen.

„Wir brauchen keine Trennung der Aufgaben, sondern eine bessere Zusammenarbeit im Sinne der Patienten“, forderte dagegen Schliffke. Daher sollten die Apotheken ihre Kunden darauf aufmerksam machen, alle Medikamente – auch die rezeptfrei gekauften – mit ihrem Arzt zu besprechen.

hil

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