Politik

Krankenhaus­gesellschaft Mecklenburg-Vor­pommern mahnt höhere Investitionen an

  • Donnerstag, 15. Februar 2018

Schwerin – In den Kliniken Mecklenburg-Vorpommerns wird nach Darstellung der Krankenhausgesellschaft der Investitionsstau immer größer. Neben baulichen Vorhaben seien davon immer häufiger auch Ersatz und Neuanschaffung medizinischer Geräte betroffen, erklärte Geschäftsführer Wolfgang Gagzow in Schwerin.

Seinen Angaben zufolge gewährt das Land derzeit pro Jahr pauschal Investitions­zuschüsse von 23 Millionen Euro. Die objektbezogene Einzelförderung sei seit 2011 von damals 46 Millionen auf 27 Millionen Euro gesenkt und bis 2020 auch auf diesem Niveau eingefroren worden. Somit flössen jährlich 50 Millionen Euro an Landesmitteln in die Kliniken. „Bei einem Gesamtbudget der Krankenhäuser von 1,8 Milliarden Euro kommen wir auf eine Investitionsquote von knapp drei Prozent. Fachleute halten acht bis zehn Prozent für erforderlich“, beschrieb Gagzow die Diskrepanz.

Seine Kritik deckt sich mit der Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums, wonach die Bundesländer die Investitionen in die Krankenhäuser vernachlässigen. Wie aus der Antwort des Ministeriums auf eine FDP-Anfrage im Bundestag hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr 2,98 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, 2016 seien es 2,74 Milliarden gewesen.

„Schätzungen aus Wissenschaft und Praxis gehen von einem jährlichen Investitionsbedarf von circa fünf Milliarden Euro bis circa 6,6 Milliarden Euro aus“, heißt es in der Antwort weiter. In Deutschland sind die Länder für die Krankenhausinvestitionen zuständig. Die Betriebskosten werden von den Krankenkassen finanziert.

dpa

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