Krankenkassen klagen über steigende Kosten

Berlin – Der AOK-Bundesverband hat beklagt, dass auf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in den kommenden Jahren zusätzlich Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe zurollen. „Die Preise steigen, aber die Leistungen für die Versicherten verbessern sich bisher nicht“, sagte Verbandschef Martin Litsch der Rheinischen Post.
Als Beispiele für Kostentreiber nannte er die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (TSS) für Termine unter anderem beim Facharzt und die jüngste Gesetzgebung für Apotheker. „Bei den Terminservicestellen, die zwischen 2019 und 2022 mehrere Milliarden Euro an zusätzlichen Beitragsmitteln kosten, kann ich bisher keinen echten Nutzen für die Versicherten erkennen“, erklärte Litsch.
Die TSS erzeugten vor allem viel Bürokratie. „In der Hoffnung, dass die Ärzte ihren Widerstand gegen die Regelungen aufgeben, erhalten sie zusätzliche Honorare in Höhe von jährlich 600 Millionen Euro als Beruhigungspille“, sagte Litsch. Den gleichen Mechanismus sehe man bei den Apothekern. „Auch sie erhalten zusätzliche Vergütungen, damit sie den Versandhandel tolerieren.“
Litsch mahnte zu einer umsichtigeren Ausgabenpolitik im Gesundheitswesen. „Die zusätzlichen Kosten für die Krankenkassen belaufen sich von 2019 bis 2022 auf rund 29 Milliarden Euro.“ Die höchsten Summen entfielen auf die Kosten für zusätzliches Pflegepersonal und für die Terminservicestellen.
Litsch mahnte zu einer umsichtigeren Ausgabenpolitik im Gesundheitswesen. Die „üppigen Zeiten“ seien vorbei. Der Kassenchef warnte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) „vor weiteren kostenintensiven Gesetzen“. Angesichts der konjunkturellen Lage werde es immer schwieriger, den weiteren Anstieg der Kosten auszugleichen.
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