Künstliche Intelligenz soll Fake News bei medizinischen Informationen erkennen

Köln/Bonn – Eine künstliche Intelligenz (KI) soll künftig Desinformationen zu medizinischen Themen erkennen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert ein entsprechendes Projekt der ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften namens „AQUAS – Automatic Quality Assessment“.
„Das wachsende Aufkommen von bewusst oder unbewusst verbreiteten Falschinformationen stellt unsere demokratische Gesellschaft vor eine große Herausforderung“, hieß es aus der ZB MED. Insbesondere in der Medizin könnten die Desinformationen gesundheitsgefährdende Auswirkungen haben.
Im Rahmen von AQUAS soll eine Machine-Learning-Anwendung entstehen, die es ermöglicht, unbekannte Literatur vollautomatisiert als wissenschaftlich, populärwissenschaftlich und desinformierend zu klassifizieren.
Die Nutzer erhalten außerdem zu einzelnen Titeln ergänzende Informationen zu deren Compliance mit einer guten wissenschaftlichen Praxis. Dies betrifft die Zitierungen, das Peer Review oder auch den Retraction-Status, also den nachträglichen Rückzug eines Artikels durch eine Zeitschrift nach Bekanntwerden von Fehlern.
„AQUAS geht es nicht darum, eine abschließende Leseempfehlung zu geben oder gar Inhalte zu zensieren“, betont die ZB MED. Vielmehr soll die Anwendung die Leser künftig dabei unterstützen, wissenschaftliche und pseudowissenschaftliche Literatur kompetent einzuschätzen.
Die Anwendung soll in das ZB-MED-Suchportal „LIVIVO“ integriert werden, um sie der Allgemeinheit kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
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