Ärzteschaft

KV Hessen fordert angemessene Honorarsteigerungen

  • Freitag, 27. Januar 2023
/vulkanismus, stock.adobe.com
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Frankfurt – Die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen hat auf die schwie­rige wirtschaftliche Situation der Haus- und Facharztpraxen in Hessen hingewiesen. Hintergrund sind Rest­zahlung für das dritte Quartal 2022, die der KV zufolge „außerordentlich niedrig“ ausgefallen sind.

„Die verminderten Honorarzahlungen der niedergelassenen Ärzte in Hessen vom dritten Quartal 2022 haben ein existenzbedrohend niedriges Ausmaß erreicht“, heißt es in einer dazu verabschiedeten Resolution.

Die Gesamtvergütung müsse umgehend und quartalsaktuell dem Patientenaufkommen und dem Arbeitsauf­wand angepasst werden, forderten die Ärztevertreter. „Die Risiken der Krankheitslast der Bevölkerung und der Pa­tien­tenversorgung dürfen nicht auf dem Rücken der Ärzteschaft abgewälzt werden.“

Der VV zufolge zeige die Politik damit erneut die Geringschätzung der ambulanten Versorgungsebene. Die Erkrankungswellen hätten zu einer immensen Zunahme der Arbeitsbelastung in den Praxen geführt.

„Wäh­rend die Kliniken für ihre Mehrarbeit gestützt werden, leisten niedergelassene Ärzte in Hessen unent­geltlich Überstunde um Überstunde und die Krankenkassen verweigern angemessene Honorarsteigerungen für das Jahr 2023 und 2024“, kritisierten die Ärztevertreter.

Die Folge: Laut VV führen die Honorareinbußen der Quartale III und IV des vergangenen Jahres zu einer mas­siven Verschärfung der wirtschaftlichen Situation in den hessischen Praxen.

Viele Praxen in Hessen würden über Kürzungen der Leistungen und Personalabbau nachdenken. „Sollte sich dieser Trend fortsetzen, ist auch mit Praxisschließungen zu rechnen. So gefährdet die aktuelle Gesundheits­politik des Bundes die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung“, heißt es in der Resolution.

hil/sb

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