Landesfrauenrat fordert mehr Hilfen für Kinderwunschbehandlung
München – Der Bayerische Landesfrauenrat hat mehr Hilfen zur Verwirklichung eines Kinderwunsches gefordert. So müssten reproduktionsmedizinische Möglichkeiten sowie deren Erfolgschancen und -risiken besser bekanntgemacht werden, erklärte der Zusammenschluss von 49 Landes-Frauenverbänden gestern in München. Auch die finanziellen Rahmenbedingungen für Kinderwunschbehandlungen müssten verbessert werden. Ebenfalls verändert werden sollten die Vorgaben zur künstlichen Befruchtung – etwa hinsichtlich der Altersvorgaben sowie der Anknüpfung an eine Ehe.
Die Präsidentin des Landesfrauenrats, Hildegund Rüger, verwies darauf, dass der Anteil der Frauen ohne Kinder in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen sei. Dies habe viele Ursachen. Von allen kinderlosen Frauen und Männern im Alter zwischen 20 und 50 Jahren seien jedoch 25 Prozent ungewollt kinderlos.
„Wenn es diesen Menschen nicht gelingt, ihr Schicksal zu akzeptieren und alternative Lebenskonzepte zu entwickeln, können depressive Verstimmungen, psychosomatische Störungen oder andere Erkrankungen die Folge sein.“ Deshalb brauche es eine kostenlose und niedrigschwellige psychosoziale Beratung während und nach einer Kinderwunschbehandlung. Vom Freistaat erwartet der Landesfrauenrat, ein Programm zur Finanzierung aufzulegen und eine Beteiligung am entsprechenden Bundesprogramm, das auch unverheiratete Paare unterstütze.
Zugleich solle Social Freezing – das Einfrieren von Eizellen – nicht weiter als Fruchtbarkeitsversicherung angepriesen, sondern über die Konsequenzen aufgeklärt werden, so der Landesfrauenrat. Medizinisch angebracht seien zudem präventive und kurative Maßnahmen, die die Gebärmöglichkeiten erhielten, etwa durch kostenlose Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs.
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