Ärzteschaft

Leitlinie „Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD“ aktualisiert

  • Freitag, 27. Februar 2026
/pathdoc, stock.adobe.com
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Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat zusammen mit anderen Fachgesellschaften und Organisationen die S2k-Leitlinie „Fachärztliche Diagnostik und Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)“ aktualisiert.

„Diese Leitlinie ergänzt die Nationale Versorgungsleitlinie COPD und integriert die neuesten evidenzbasierten Erkenntnisse, um eine frühere und effektivere Behandlung zu ermöglichen“, sagte der DGP-Präsident Christian Taube.

Eine wichtige Neuerung betrifft laut der Leitliniengruppe um Kathrin Kahnert und Henrik Watz die Diagnostik: „Wir wissen jetzt: Eine detaillierte pneumologische Lungenfunktionsdiagnostik und CT-Thorax bieten hier einen hohen zusätzlichen Mehrwert, insbesondere bei Diskrepanz zwischen Symptomen und Spirometrie. So können wir Betroffene früher identifizieren“, erklärte Kahnert. Die alleinige Spirometrie – wie bisher empfohlen – erkenne frühe Veränderungen in der Regel zu spät, so die Expertin.

Bei klinischem Verdacht auf eine COPD und normaler Spirometrie soll in der spezialfachärztlichen Diagnostik eine erweiterte Lungenfunktionsdiagnostik erfolgen, um die Lungenvolumina, die Atemwegswiderstände und den Gasaustausch der Lunge zu ermitteln und somit mögliche strukturelle Lungenveränderungen früh zu erfassen. Auch die CT-Thorax-Untersuchung ist laut der Leitlinie bei einer Diskrepanz zwischen Symptomen und Lungenfunktion oder häufigen Exazerbationen unbedingt empfehlenswert.

Die aktualisierte Leitlinie empfiehlt in neuen Kapiteln zu Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AAT) und zu Biomarkern außerdem eine einmalige Screeninguntersuchung auf AAT-Mangel und die Bestimmung des Differenzialblutbildes. Das Screening auf AAT-Mangel werde stark empfohlen, da das Fehlen von AAT eine der am häufigsten nicht diagnostizierten Ursachen der Erkrankung sei, so Watz.

Neben Anpassungen bei der medikamentösen Therapie geht die Leitlinie auch auf weitere Therapiemöglichkeiten wie ein strenges Rauchstoppprogramm, pneumologische Rehabilitation sowie die Einhaltung der aktualisierten Impfempfehlungen ein – beispielsweise gegen Influenza und Pneumokokken. Wichtig sei außerdem, das kardiovaskuläre Risiko abzuklären.

„Bessere Phänotypisierung als Standard, Lungenkrebsscreening und null Toleranz für Exazerbationen“, nennt Watz weitere zentrale Bereiche, in denen die Leitlinie aktualisiert wurde.

hil

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