Ärzteschaft

Leitlinie zur Behandlung der Narkolepsie bei Erwachsenen und Kindern aktualisiert

  • Freitag, 2. Januar 2026
/fizkes, stock.adobe.com
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Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat eine überarbeitete S2k-Leitlinie „Behandlung der Narkolepsie bei Erwachsenen und Kindern“ vorgestellt.

Laut der Leitliniengruppe um Ulf Kallweit, Geert Mayer und Barbara Schneider ist die Ätiopathogenese der Narkolepsie nicht abschließend geklärt – allerdings weise die heutige Evidenz darauf hin, dass es sich meist um eine sporadisch erworbene immunvermittelte Erkrankung handelt, die sich bei Personen mit entsprechender genetischer Veranlagung entwickelt.

Die Narkolepsie kann sich auf alle Aspekte des täglichen Lebens auswirken und die Lebensqualität stark einschränken. Aktuelle Behandlungen umfassen der Leitlinie zufolge pharmakologische und nicht medikamentöse Ansätze. Zu den nicht pharmakologischen Ansätzen bei exzessiver Tagesschläfrigkeit bei Erwachsenen zählen zum Beispiel geplante Kurzschlafphasen. 

Wesentliche Neuerungen in der Leitlinie betreffen die Verfügbarkeit und die Zulassung von zwei Medikamenten – Pitolisant und Solriamfetol. Pitolisant ist zur Behandlung der Tagesschläfrigkeit und von Kataplexien, Solriamfetol zur Behandlung der Tagesschläfrigkeit zugelassen. Eine weitere bedeutsame Neuerung ist laut der Leitlinie die Zulassung von Natriumoxybat und von Pitolisant bei Kindern und Jugendlichen über sechs Jahren. 

„Diese Leitlinie soll dem klinisch tätigen Arzt beziehungsweise der klinisch tätigen Ärztin helfen, Menschen mit Narkolepsie angemessen zu beraten und ihnen eine evidenzbasierte Behandlung zu empfehlen. Sie soll auch Betroffenen und Angehörigen helfen, die Therapieempfehlungen besser nachvollziehen zu können“, heißt es in der Leitlinie.

An dieser haben sich neben der DGN acht weitere Fachgesellschaften und Organisationen beteiligt, unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ).

Schätzungen der weltweiten Häufigkeit zufolge sind ungefähr 25 bis 50 Personen von 100.000 Personen von Narkolepsie betroffen. 

hil

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