Lieferengpässe bedrohen medizinische Versorgung im Iran

Genf/Beirut – Im Iran droht nach den Angriffen der USA und Israels eine schwere Krise in der medizinischen Versorgung. Zwar gibt es eine Waffenruhe, aber die Folgen der wochenlangen Bombardierung beeinträchtigten wohl noch auf Monate oder Jahre die Versorgung der Bevölkerung, sagte Cristhian Cortez Cardoza in Genf. Er ist stellvertretender Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika bei der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) und hat den Iran vier Tage lang besucht.
„Ein Waffenstillstand bedeutet nicht, dass der Konflikt vorbei ist“, sagte Cardoza. Hunderte Kliniken und Gesundheitseinrichtungen sowie Lernstätten und Geschäfte seien zerstört worden, sagte er. Es wachse die Sorge, dass nicht mehr genügend medizinische Geräte wie Dialysemaschinen oder Prothesen zur Verfügung stehen. Eine Fabrik, die 60 Prozent der Dialysefilter und -geräte herstelle, habe nur noch Rohstoffe für die nächsten drei Monate. Die Lieferkette sei wegen des Konflikts unterbrochen.
Der iranische Rote Halbmond stelle Sanitäter, die nach Attacken Verwundete behandeln, unterstütze bei der Suche nach Vermissten in eingestürzten Häusern, helfe Vertriebenen und biete psychosoziale Dienste für traumatisierte Menschen an. Vier Freiwillige seien umgekommen, 18 weitere verletzt worden.
Ein Spendenaufruf der Föderation im Umfang von 120 Millionen Franken (etwa 130 Millionen Euro) für den Iran sei erst zu vier Prozent gedeckt, sagte Cardoza. Damit sollen in den kommenden Monaten zehn Millionen Menschen unterstützt werden.
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