Politik

Warken: Iran-Krieg betrifft auch Arzneimittelversorgung

  • Dienstag, 10. März 2026
/picture alliance, REUTERS, Benoit Tessier
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Berlin – Der Krieg im Iran läuft unvermindert weiter. Ein Ende ist nicht in Sicht, auch wenn US-Präsident Donald Trump heute davon sprach, der Einsatz werde nicht mehr lange dauern. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnte nun vor negativen Auswirkungen des Kriegs auf die Arzneimittelversorgung.

„Durch die Straße von Hormus fahren normalerweise auch Schiffe mit Ladungen aus Indien und China, die für die Arzneimittelversorgung und -produktion unverzichtbar sind“, sagte die CDU-Politikerin im Interview mit Politico. Bei einer längeren Blockade „müssen wir davon ausgehen, dass dies auch Folgen für die Arzneimittelversorgung hat“, sagte sie.

Denn dadurch würden sich die Wege um Afrika herum deutlich verlängern, was zu Verzögerungen und Preisanhebungen führen könne. Eine Unterbrechung der Lieferketten fürchte sie allerdings nicht.

Medikamentenlager gut gefüllt.

Durch den Ausbruch des Iran-Kriegs kam es zu einer De-facto-Blockade der Straße von Hormus, nachdem Schiffe unter Beschuss gekommen waren. Wie lange der Seeweg blockiert bleibt, ist nicht abzusehen. Die Regierung stehe „mit den zuständigen Behörden, pharmazeutischen Unternehmen und dem Großhandel im Austausch“, sagte Warken. Akuten Handlungsbedarf sieht sie nicht. Die Medikamentenlager seien gut gefüllt.

Im Iran selbst haben die israelisch-amerikanischen Luftangriffe dafür gesorgt, dass neun Krankenhäuser ihren Betrieb einstellen mussten. Seit Beginn des Krieges seien zudem 18 Rettungswachen und 25 Gesundheitszentren beschädigt sowie 14 Rettungswagen zerstört worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ilna unter Berufung auf den Parlamentsabgeordneten Mohammed Dschamalian, Mitglied der Gesundheitskommission.

Sollte der Krieg andauern, reichen dem Politiker zufolge Irans strategische Medikamentenvorräte für mindestens sechs Monate. Bei einigen Mitteln herrschten jedoch bereits jetzt Engpässe. In den Kliniken wurden seinen Worten zufolge nicht notwendige Eingriffe bis auf weiteres ausgesetzt. Der Fokus liege jetzt auf der Versorgung von Kriegsverletzten und Notfällen.

Der Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat unterdessen vor ernsthaften Gefahren für die öffentliche Gesundheit in der gesamten Region gewarnt. Beschädigungen an Erdölanlagen im Iran würden das Risiko einer Kontamination von Lebensmitteln, Wasser und Luft bergen, schrieb er auf X. Besonders Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen seien gefährdet.

Gleichzeitig verwies er auf die Situation im Libanon. Seit Ende Februar seien dort neun Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen getötet worden. 16 weitere seien verletzt worden. 43 medizinische Versorgungszentren und fünf Krankenhäuser mussten dem WHO-Chef zufolge aufgrund von Evakuierungsanordnungen der israelischen Armee schließen. Ghebreyesus rief zu sofortiger Deeskalation auf. „Frieden ist immer die beste Medizin“, sagte er.

kna/dpa

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