Malaysische Muftis erklären Impfungen für islamkonform

Kuala Lumpur – Führende Muftis in Malaysia haben sich in die Debatte um die Zulässigkeit von Impfstoffen im islamischen Recht eingeschaltet. Laut den islamischen Rechtsgelehrten sieht der Islam „die Pflicht“ von Impfungen bei Krankheiten vor, die zum Tode der infizierten Person und zur Ansteckung Dritter führen können, meldete die staatliche malaysische Nachrichtenagentur Bernama heute.
Die Debatte über die Zulässigkeit von Impfstoffen war vor einigen Tagen nach dem Tod zweier Diphterie-kranker Kinder in Malaka und Kedah wiederaufgebrochen. Die muslimischen Eltern hatten aus Furcht vor Impfungen, die nach islamischem Recht „unreine“ Inhaltsstoffe enthalten könnten, eine Immunisierung verweigert. Impfgegner hatten behauptetet, Impfstoffe enthielten Schweine-DNA und seien daher nicht „halal“.
Tan Sri Harussani Zakaria, Mufti des malaysischen Bundesstaates Perak, sagte Bernama, selbst wenn in einem Notfall nur ein Impfstoff zur Verfügung stehe, der nicht Halal sei, dürfe er eingesetzt werden. Sein Kollege Mohamad Shukri Mohamad aus Perak betonte, wenn es um Leben und Tod gehe, sei der Einsatz eines Impfstoffes ein „Muss“. Den Muftis obliegt die Erstellung von Fatwas, islamischen Rechtsgutachten bei Fragen des alltäglichen Lebens.
Das malaysische Gesundheitsministerium hat eine Aufklärungskampagne über die Bedeutung von Impfungen gegen Polio, Masern und Röteln gestartet, die vor allem die ländliche Bevölkerung informieren soll. Ein Sprecher des Ministeriums warnte laut Bernama davor, sich auf „Dr. Google“ zu verlassen.
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