Malteser behandeln mehr Menschen ohne Krankenversicherung

Köln – Die Malteser haben im vergangenen Jahr mehr Menschen ohne Krankenversicherung akut behandelt. Die Zahl der Betroffenen stieg bundesweit um fast zehn Prozent, wie die Organisation heute in Köln mitteilte. Insgesamt rund 17.900 Menschen seien erstmals oder zum wiederholten Mal in einer der 21 Ambulanzen gewesen, teilweise auch anonym.
Darunter waren den Angaben zufolge mehr als 1.000 schwangere Frauen und über 1.200 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Knapp 1.000 Patienten seien älter als 60 Jahre, der Großteil (5.460) zwischen 18 und 60 Jahre alt gewesen. 53 Prozent waren den Maltesern zufolge Frauen, 47 Prozent Männer.
Die meisten Menschen kamen demnach aus EU-Ländern außer Deutschland (1.938), gefolgt von Asien (1.713) und dem übrigen Europa (1.478). Rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten habe einen legalen Aufenthaltsstatus (47,5 Prozent) gehabt, 32,5 Prozent seien ohne Aufenthaltsstatus gewesen, zu 20 Prozent hätten keine Angaben vorgelegen.
„Wir wünschen uns, dass jede Frau und jeder Mann in Deutschland in unserem guten Gesundheitssystem versorgt werden kann“, so die Malteser. „Leben zu schützen, ist das oberste Gebot für uns. Egal woher ein Mensch kommt, ob er einen Aufenthaltsstatus oder eine Krankenversicherung hat – er hat das Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung.“
Ende vergangenen Jahres hatte auch die Organisation Ärzte der Welt darauf hingewiesen, dass zahlreiche Menschen in Deutschland keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung hätten. Betroffene seien etwa armutsgefährdet, hätten keinen festen Wohnsitz oder seien obdachlos.
88 Prozent der Betroffenen waren nach damaligen Angaben der Organisation nicht krankenversichert, neun Prozent hatten einen eingeschränkten Versicherungsschutz, „vor allem aufgrund von Beitragsschulden bei der Krankenkasse oder durch Einschränkungen des Asylbewerberleistungsgesetzes“.
Wer mit den eigenen Beiträgen zwei Monate im Rückstand sei, bekomme häufig keine bedarfsgerechte Versorgung – etwa, weil die elektronische Gesundheitskarte gesperrt werde, hieß es.
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