Ärzteschaft

Marburger Bund startet Initiative für mehr Zeit in Patientenversorgung

  • Donnerstag, 8. Juni 2017

Berlin – Mehr Zeit für die wesentlichen ärztlichen Tätigkeiten fordert der Marburger Bund (MB) in einer neuen Kampagne. „Der hohe ökonomische Druck, die zunehmende Arbeitsverdichtung und fehlendes Personal lassen den Ärzten zu wenig Zeit für ihre eigentliche Tätigkeit“, hieß es aus der Ärztegewerkschaft heute.

In den nächsten Wochen und Monaten werden Ärzte dazu auf Flyern und Plakaten, in Videoclips, auf einer Kampagnen-Website und auf Facebook zum Ausdruck bringen, wofür sie sich im Klinikalltag mehr Zeit wünschen.

Den Anfang macht das MB-Mitglied Friederike Schlingloff, Ärztin aus Hamburg. „Die Medizin wird zunehmend von Betriebs­wirten bestimmt. Ausreichend Zeit für die Patientenversorgung ist da nicht vorgese­hen“, kritisiert sie. Ärzte müssten zu oft arbeitsplatzfremde administrative Aufgaben übernehmen. „Wir haben einfach zu viel Bürokratie in der Klinik, die wir abgeben könnten. Ein bis zwei Schreibkräfte pro Station würden schon helfen“, so Schlinghoff. „Keine Medizin nach Fallzahlen! Ich will endlich mehr Zeit für meine Patienten“, bringt sie ihre Forderung auf den Punkt.

Der MB fordert in seiner Kampagne:

  • eine ausreichende Personalausstattung und Vorgaben für eine Mindestbesetzung

  • mehr Fortbildungen für Ärzte durch Freistellung und finanzielle Förderung

  • eine Entlastung von rein administrativen Tätigkeiten 

  • flexible Arbeitszeiten und mehr Verlässlichkeit bei der Dienstplangestaltung 

  • weniger Zusatzdienste und mehr freie Wochenenden

„Der Zeitdruck ist einfach zu groß. Klar ist: Es muss sich dringend etwas ändern. Heilen braucht Zeit“, hieß es aus dem MB.

hil

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