Marburger Bund verurteilt Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte

Berlin – Aus dem Iran werden immer größere Gräueltaten bekannt. Erst kürzlich hatte die The Sunday Times einen ausführlichen Bericht veröffentlicht. Viele Augenzeugen beschreiben, mit welcher Härte das Regime vorgeht. Das berichten auch Ärzte wie der Präsident der Ärztekammer Hamburg, Pedram Emami.
Der Marburger Bund verurteilte heute die Gewalt gegen Protestierende durch iranische Sicherheitskräfte „aufs Schärfste“. Mit großer Sorge betrachte man Hinweise auf gezielte Übergriffe in und an medizinischen Einrichtungen. „Diese Angriffe treffen verletzte Menschen und diejenigen, die ihnen helfen“, hieß es in einer Mitteilung der Ärztegewerkschaft.
Berichte deuteten darauf hin, dass Sicherheitskräfte „Ärztinnen und Ärzte unter Druck setzen, verletzte Demonstrierende nicht zu behandeln“. Es würden Drohungen gegen medizinisches Personal beschrieben und das Eindringen in Krankenhäuser, um Patienten festzunehmen. Auch der Einsatz von Gewalt in und um medizinische Einrichtungen gefährde Patienten, Mitarbeitende und die Versorgung insgesamt.
„Wenn Sicherheitskräfte Ärztinnen und Ärzte einschüchtern, Patienten aus Krankenhäusern holen und medizinische Hilfe verhindern, dann ist das ein Angriff auf die Menschlichkeit“, sagte Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes.
Krankenhäuser dürften „niemals als Instrumente der Unterdrückung missbraucht werden“. Sie seien „Schutzräume, an denen Menschen Hilfe erhalten, unabhängig davon, wer sie sind oder warum sie verletzt wurden“. Johna betonte, Ärzte und andere Berufsangehörige dürften nicht kriminalisiert werden, nur weil sie ihre berufliche Pflicht erfüllten.
Die Ärztegewerkschaft erinnert daran, dass Krankenhäuser und Beschäftigte im Gesundheitswesen durch das internationale humanitäre Völkerrecht geschützt sind. Medizinische Einrichtungen dürfen demnach nicht zu Werkzeugen staatlicher Kontrolle gemacht werden. Medizinische Neutralität und die Unabhängigkeit ärztlicher Arbeit sind nicht verhandelbar.
Der Marburger Bund fordert die iranischen Behörden auf, jede Einschüchterung von medizinischem Personal sofort zu beenden, den Schutz medizinischer Einrichtungen zu gewährleisten und die sichere Versorgung von Verletzten zu ermöglichen. Die internationale Gemeinschaft sei aufgerufen, diese schweren Verstöße nicht hinzunehmen und den Schutz von Patienten sowie des medizinischen Personals konsequent einzufordern, hieß es.
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