Politik

Mecklen­burg-Vorpommern: Kliniken werben um Ärztenachwuchs

  • Dienstag, 7. April 2015

Schwerin – Dem permanenten Mangel an Klinikärzten im Land versucht die Kranken­hausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (KGMV) mit gezielten Werbeaktionen für Medizinstudierende entgegenzuwirken.

Mitte April startet die vierte Krankenhaustour. Dabei werden angehende Mediziner in Bussen zu Kliniken gefahren, die Stellen zu besetzen haben, wie die Gesellschaft mitteilte. Bis in den Juni hinein sind sieben dieser „Med-Ahoi-Touren” geplant, bei denen sich jeweils drei Krankenhäuser interessierten Studenten vorstellen.

„Der Bedarf an medizinischem Nachwuchs ist groß. Insgesamt bieten die Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern 180 freie Stellen in fast allen Fachgebieten an”, erklärte KGMV-Geschäftsführer Wolfgang Gagzow. Seinen Angaben zufolge sind in den 37 Krankenhäusern des Landes rund 3.000 Ärzte beschäftigt. Gesucht würden neben 10 Chef- und 50 Oberärzten, 80 Fach- und 40 Assistenzärzte.

„Wir können niemanden zwingen, zu uns zu kommen. Wir können nur dazu motivieren, indem wir informieren: Über unsere modernen Kliniken mit modernster Technik­ausstattung, das familiäre Arbeitsumfeld und die guten Verdienstmöglichkeiten”, sagte Gagzow. Er erwarte eine ähnliche Resonanz auf die „Med-Ahoi-Touren” wie im Vorjahr, als knapp 60 angehende Ärzte das Angebot genutzt hatten.

Obwohl nach Angaben der Krankenhausgesellschaft an den Universitäten in Greifswald und Rostock jährlich knapp 400 Medizinstudenten ihre Approbation erhalten, wird der Ärztemangel immer größer. Neben Klinikärzten werden vor allem in ländlichen Regionen zunehmend auch Hausärzte gesucht. Erhebungen der Landesregierung zufolge ist gut ein Fünftel der derzeit rund 1.200 Allgemeinmediziner im Land 60 Jahre und älter. In zahlreichen Orten ist die Nachfolge nicht gesichert.

In der Vergangenheit mussten Landarztpraxen bereits schließen, weil Inhaber in den Ruhestand gingen und niemanden für die Weiterführung fanden. Die Linke bezifferte die Zahl mit 160. Selbst in Orten mit 2.000 Einwohnern finde sich inzwischen vielfach kein Allgemeinmediziner mehr, hieß es.

dpa

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