Mecklenburg-Vorpommern: Zunahme von Hautkrebsdiagnosen

Schwerin – Die Fälle von Hautkrebs nehmen nach Angaben der Krankenkasse Barmer in Mecklenburg-Vorpommern zu. Allein im Jahr 2021 erhielten 54.000 Menschen im Nordosten die Diagnose Weißer Hautkrebs nach 40.000 im Jahr 2012, wie die Kasse heute nach einer Hochrechnung eigener Versichertendaten mitteilte. Dies sei ein Anstieg um 35 Prozent.
Barmer-Landesgeschäftsführer Henning Kutzbach appellierte vor dem Hintergrund dieser Zahlen vor allem an junge Menschen, sich besser vor UV-Strahlung zu schützen. „Schon fünf Sonnenbrände bis zum 20. Lebensjahr erhöhen das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, um 80 Prozent“, erklärte er.
Neben dem Weißen Hautkrebs wurden laut Barmer-Hochrechnung 2021 auch rund 11 200 Fälle des als noch gefährlicher geltenden Schwarzen Hautkrebses in MV diagnostiziert. 2012 seien es noch rund 9.000 gewesen. Der Schwarze Hautkrebs gelte als besonders gefährlich, da er über die Lymph- und Blutbahnen Metastasen streuen könne. Weißer Hautkrebs bleibe hingegen örtlich begrenzt. Beide Krebsarten würden durch UV-Strahlung begünstigt. Besonders Menschen mit heller Haut hätten ein erhöhtes Risiko zu erkranken.
Ab dem 35. Lebensjahr steht allen gesetzlich Versicherten den Angaben zufolge alle zwei Jahre ein Hautkrebsscreening zu. Dieses werde aber zu selten in Anspruch genommen, hieß es. 2021 nahmen der Kasse zufolge in MV rund zehn Prozent der gesetzlich versicherten Frauen und 8,1 Prozent der gesetzlich versicherten Männer ab 35 Jahren im Nordosten das Angebot wahr.
Bei der Barmer sind nach eigenen Angaben 17 Prozent aller gesetzlich Versicherten in MV krankenversichert. Die Hochrechnung der eigenen Daten auf die Gesamtbevölkerung sei repräsentativ, sagte eine Sprecherin.
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