Medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche: Gesicherte Versorgung angemahnt

Berlin – Die Delegierten des 125. Deutschen Ärztetages haben die neue Bundesregierung aufgefordert Sorge zu tragen, dass in Zukunft medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland in der 8. und 9. Schwangerschaftswoche wieder möglich sind.
Medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche mit Misoprostol und Mifepriston machen inzwischen etwa 30 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche aus. Im Frühjahr 2021 war für das Misoprostolpräparat Cytotec, das in Deutschland keine Zulassung mehr hat, durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ein dauerhafter Importstopp ausgesprochen worden.
Seitdem steht das Prostaglandin nur noch in einer 25-Mikrogramm-Dosierung in der Geburtshilfe zur Verfügung und als 200-Mikrogramm-Formulierung für Schwangerschaftsabbrüche bis zur 7. Schwangerschaftswoche.
Zugelassen ist der medikamentöse Abbruch zwar bis zum Ende der 9. Woche. Aber ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch in der 8. und 9. Woche ist derzeit in Deutschland nicht mehr möglich.
Auch für schwere postpartale Blutungen bei Oxytocinversagen und für das Zervix-Priming bei vaginalen Eingriffen wie Kürettagen nach Fehlgeburten besteht eine Versorgungslücke. Ein Protest der gynäkologischen Fachorganisationen beim BMG im Frühjahr 2021 war erfolglos.
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