Medizinische Universität Lausitz will Herzrhythmusstörungen von Fußballfans untersuchen

Cottbus – Was passiert mit Fußballfans, wenn ihr Team einen Elfmeter verschießt? Wie reagiert das Herz der Zuschauer, wenn ein Spieler einen Elfmeter verschießt oder das entscheidende Tor erst in der 90. Minute fällt. Dieser Frage geht die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) in einer Studie nach.
In Kooperation mit dem Kompetenznetz Vorhofflimmern (Afnet) und einer Gruppe von Herzrhythmusexperten, die diese Idee entwickelten, untersuchen Wissenschaftler, wie sich der Besuch eines Fußballspiels auf die Herzaktivität von Zuschauern auswirkt. Im Fokus stehen dabei mögliche Herzrhythmusstörungen sowie Veränderungen von Herzfrequenz und Blutdruck unter emotionaler Belastung.
Die Studie wird am Standort Cottbus von Dirk Große Meininghaus geleitet und ist als Pilotprojekt angelegt. „Fußball ist für viele Menschen mit starken Emotionen verbunden“, sagte Große Meinunghaus. „Wir möchten besser verstehen, wie sich diese Belastung auf das Herz auswirkt und welche Auswirkungen Gesundheitsinformationen auf das individuelle Gesundheitsverhalten haben – insbesondere bei Menschen über 40 Jahren.“
Solche Erkenntnisse könnten langfristig dazu beitragen, Herzrhythmusstörungen frühzeitig zu entdecken und präventive Angebote weiterzuentwickeln. Bei ausgewählten Heimspielen des FC Energie Cottbus werden Fußballfans deswegen nun mit einem Langzeit-EKG versehen.
Zusätzlich zu den Messungen erhalten die Teilnehmenden im Anschluss Zugang zu einem App-basierten Gesundheitsangebot. Nach sechs, zwölf und 24 Monaten sollen individuelle Verhaltensänderungen aufgrund der Untersuchungsergebnisse am Spieltag sowie gesundheitliche Ereignisse in den folgenden Monaten erfragt werden.
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