Ausland

Medizinische Vorräte nach Angriff auf Krankenhaus im Südsudan zerstört

  • Donnerstag, 5. Februar 2026
/MSF
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Juba/Berlin – Bei einem Luftangriff in Lankien im Bundesstaat Jonglei ist ein Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen (MSF) getroffen worden. Nach Angaben der Hilfsorganisation wurde dabei ein Mitarbeitender leicht verletzt. Das Hauptlager des Krankenhauses wurde zerstört.

Ein Großteil der Vorräte zur medizinischen Versorgung sei verloren gegangen, hieß es weiter. Noch am Nachmittag desselben Tages sei darüber hinaus die Gesundheitseinrichtung von Ärzte ohne Grenzen in Pieri, ebenfalls im Bundesstaat Jonglei, von unbekannten Angreifern geplündert worden.

Nach Aussagen von Ärzte ohne Grenzen hat sich die Situation in Lankien zuvor verschlimmert. Man habe Informationen über einen möglichen Angriff auf die Stadt erhalten und entschieden, das Krankenhaus zu evakuieren, so die Organisation.

Nach dem Angriff seien sowohl die Mitarbeitenden von Ärzte ohne Grenzen als auch die lokale Bevölkerung aus Lankien und Pieri geflohen. Über ihren Verbleib ist bislang nichts bekannt. Ärzte ohne Grenzen versucht, mit ihnen in Kontakt zu treten.

„Wir hatten die GPS-Koordinaten aller unserer Einrichtungen an die Regierung und andere Konfliktparteien weitergegeben und haben die Bestätigung erhalten, dass diese über unsere Standorte informiert sind“, sagte Gul Badshah, Programmverantwortlicher von Ärzte ohne Grenzen im Südsudan. Die Streitkräfte der Regierung des Südsudans seien die einzige bewaffnete Partei, die in der Lage ist, Luftangriffe im Land durchzuführen.

Ärzte ohne Grenzen war nach eigenen Angaben der einzige Gesundheitsdienstleister, der etwa 250.000 Menschen in Lankien und Pieri versorgte. Die Angriffe auf die Einrichtungen der Organisation an diesen Orten führen nun dazu, dass die Menschen dort keinen Zugang mehr zu medizinischer Versorgung haben.

Seit Dezember hat die Regierung den humanitären Zugang in Teilen der von der Opposition kontrollierten Gebiete des Bundesstaates Jonglei stark eingeschränkt. Im vergangenen Jahr wurde Ärzte ohne Grenzen insgesamt acht Mal Ziel von Angriffen und musste zwei Krankenhäuser im Großraum Oberer Nil schließen sowie weitere Aktivitäten zur Gesundheitsversorgung in den Bundesstaaten Jonglei, Oberer Nil und Central Equatoria einstellen.

EB

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