Medizinisches Cannabis: Mehr als sechs Tonnen aus heimischem Anbau

Berlin – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) will den bundesweiten Cannabis-Bedarf für medizinische Zwecke künftig über innerdeutsche Lieferanten abdecken. Dazu hat die am Institut ansässige Cannabis-Agentur Anbau und Lieferung von 6.600 Kilogramm Cannabis ausgeschrieben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor.
Laut Aussage der Bundesregierung wurden für den Zeitraum 2019 bis 2022 zehn Lose zu je 200 Kilogramm mit unterschiedlichen Laufzeiten ausgeschrieben. Die Frist zur Teilnahme an der Ausschreibung ist am 6. Juni 2017 abgelaufen. Auftragnehmer mussten sich bereit erklären, im Rahmen ihrer Produktionsmöglichkeiten bei Bedarf zusätzliche Mengen anzubauen und bereitzustellen. Im Übrigen sei ein Import von im Ausland angebautem Cannabis zu medizinischen Zwecken auch weiterhin möglich, heißt es in der Antwort.
Laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) ist in Deutschland Cannabis nur dann verkehrs- und verschreibungsfähig, wenn er aus einem Anbau zu medizinischen Zwecken unter staatlicher Kontrolle stamme. Derzeit seien Kanada und die Niederlande in der Lage, medizinischen Cannabis in Form getrockneter Blüten in der rechtlich erforderlichen Weise zu exportieren. Seit März 2017 ist der Einsatz von Cannabisarzneimitteln bei schwerwiegenden Erkrankungen unter Aufsicht der Cannabis-Agentur in Deutschland gesetzlich erlaubt.
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