Medizinisches Händewaschen: Wasser muss nicht warm sein

Berlin – Handwaschplätze in Klinik und Praxis können mit kaltem Wasser betrieben werden. Warmes Wasser ist für die Händehygiene nicht notwendig. Das berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI) im neuen Epidemiologischen Bulletin (2026, DOI: 10.25646/14291).
Die neue Regel findet sich in den aktualisierten „Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe“ (TRBA250), das ein Gremium bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgibt.
„Den Beschäftigten sind leicht und schnell erreichbar Handwaschplätze mit fließendem Wasser (Trinkwasserqualität), Spendern für Hautreinigungsmittel und Einmalhandtücher zur Verfügung zu stellen“, heißt es demnach.
Die Auswirkungen der Wassertemperatur auf eine effektive Erregerabreicherung von den Händen seien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention zufolge zu vernachlässigen.
„Das wurde beim Vergleich des Abspülens der Hände mit kaltem Wasser (4 °C) beziehungsweise mit warmem Wasser (40 °C) nach experimenteller Kontamination mit Escherichia (E.) coli bestätigt“, berichtet das RKI.
Hinsichtlich der Wassertemperatur wiesen die Organisationen lediglich auf den Komfortaspekt einer angenehmen Wassertemperatur und die „nachweislich hautschädigende Wirkung mit steigenden Wassertemperaturen“ hin.
Die „Kommission für Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen und in Einrichtungen und Unternehmen der Pflege und Eingliederungshilfe“, kurz KRINKO, begrüßt die neuen Regeln in der TRBA 250 und verweist in seiner Empfehlung „Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens“ darauf.
Die RKI-Arbeitsgruppe stellt im Epidemiologischen Bulletin klar, dass „eine nicht verpflichtende Ausstattung mit Zulauf für warmes Wasser nicht gleichzusetzen ist mit einem Verbot eines Zulaufs für warmes Wasser, sondern vielmehr wird Betreibenden und Anwendenden hier ein Gestaltungsspielraum eröffnet“.
Das RKI-Team weist in diesem Zusammenhang aber auf Vorteile der Verwendung von Kaltwasser hin: „Werden Hände wiederholt höheren Wassertemperaturen höher als 20 °C ausgesetzt, kann das zu Hautirritationen führen“, schreibt die Arbeitsgruppe. Die Verwendung von Kaltwasser könne außerdem die Ökobilanz verbessern und die Gefahr einer Kontamination mit Legionellen reduzieren.
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