Mehr übergewichtige Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern (MV) leben mehr übergewichtige Kinder als in den Nachbarländern Berlin und Brandenburg. Das geht aus dem ersten Kinderreport hervor, den die AOK Nordost heute veröffentlichte. Demnach ist der Anteil stark übergewichtiger (adipöser) Kinder und Jugendlicher von 2010 auf 2015 in Mecklenburg-Vorpommern um 0,7 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent gestiegen. In Brandenburg stieg er um 0,2 Punkte auf 5,7 Prozent, während er in Berlin in gleicher Höhe auf 5,4 Prozent sank. Den höchsten Zuwachs in MV gab es in Rostock – um 1,8 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent.
Der Kinderreport soll künftig regelmäßig erscheinen und die gesundheitliche Entwicklung AOK-versicherter Kinder und Jugendlicher darstellen. Er nehme erstmals eine Analyse auf regionaler Ebene vor und liefere Daten für Landkreise, Ämter und Stadtbezirke, hieß es. Ein weiteres Thema des ersten Reports der Kasse sind die Verordnungen von Antibiotika. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit mindestens einer Verordnung sei in den drei Nordost-Ländern von 2010 bis 2016 im Schnitt auf unter 30 Prozent gesenkt worden.
Allerdings würden noch immer mehr als 40 Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen mit Antibiotika behandelt. In Mecklenburg-Vorpommern sank der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit mindestens einem Antibiotikum um 11,5 Prozentpunkte von 41,2 Prozent in 2010 auf 29,7 Prozent im Jahr 2016. Die meisten Antibiotika wurden 2016 in Vorpommern-Greifswald (36,4 Prozent) verordnet, die wenigsten in Schwerin (21,3 Prozent).
2015 war fast jedes vierte Kind im Bereich der AOK Nordost Allergiker. Den höchsten Allergikeranteil gab es bei den Zwei- bis Fünfjährigen mit 25 Prozent. Die häufigsten Erkrankungen waren Neurodermitis (11,9 Prozent), Heuschnupfen (6,1) und Asthma (5,9). In Mecklenburg-Vorpommern waren 2015 im Schnitt 23,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen Allergiker. Die meisten registrierte mit 26,4 Prozent Vorpommern-Greifswald, die wenigsten die Stadt Rostock mit 20,7 Prozent.
Den nächsten Kinderreport will die AOK Nordost im Herbst zu psychogenen Essstörungen wie Magersucht und Bulimie vorlegen.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: