Ausland

Meningitiswelle in England: Premier ruft Club-Besucher zu Antibiotikabehandlung auf

  • Mittwoch, 18. März 2026
/picture alliance, REUTERS, Chris J Ratcliffe
/picture alliance, REUTERS, Chris J Ratcliffe

London – Angesichts einer steigenden Zahl von Meningitisfällen und zwei Todesopfern in England hat Premierminister Keir Starmer Besucher einer im Fokus stehenden Diskothek heute aufgerufen, sich für eine Behandlung mit Antibiotika zu melden. Alle Infektionsfälle sind nach Angaben von Gesundheitsminister Wes Streeting auf den Club Chemistry in Canterbury zurückzuführen.

Starmer bat alle, die den Club „am 5., 6. oder 7. März“ besucht hatten, sich zu melden, wie er im Parlament in London sagte. Entsprechende Appelle waren zuvor bereits von den Gesundheitsbehörden gekommen.

Starmer sagte, derzeit würden enge Kontaktpersonen derjenigen ermittelt, die sich infiziert hatten. Eine 18-jährige Schülerin und ein 21 Jahre alter Student waren gestorben. Laut Starmer liegen weitere Infizierte schwer erkrankt im Krankenhaus.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde UKHSA von heute stieg die Zahl der Infizierten binnen 24 Stunden von 15 auf 20. Neun Laborfälle seien „bestätigt“, elf weitere Hinweise würden noch untersucht. Die Behörde steht wegen ihrer Informationspolitik in der Kritik. Sie gab die Todesfälle am vergangenen Sonntag bekannt, zwei Tage nachdem sie über den ersten Infektionsfall informiert worden war.

Bislang legten die Behörden den Schwerpunkt ihrer Maßnahmen auf die University of Kent in Canterbury mit rund 18.000 Studierenden. Einige Studierende zählen zu den Krankenhauspatienten.

Als Vorsichtsmaßnahme wurden 700 Dosen Antibiotika an junge Leute ausgegeben, die mit dem Meningitiserreger in Kontakt gekommen sein könnten. Zudem soll es ein Impfprogramm geben, das sich laut Behörden zunächst an die auf dem Campus lebenden Studierenden richten soll.

Einer der Infizierten lebt in der Grafschaft Kent, erkrankte aber in London. Angesichts der bevorstehenden Ferien zu Ostern Anfang April gibt es Befürchtungen, dass sich die Krankheitswelle ausbreiten könnte, wenn Studierende in den Ferien nach Hause fahren.

Bei einigen Infektionen in Canterbury wurde den Angaben zufolge die bakterielle Erregergruppe B nachgewiesen, bei der die Sterblichkeitsrate nach Angaben des britischen Gesundheitsdienstes NHS bei etwa zehn Prozent liegt.

Die Gesundheitsbehörde UKHSA untersucht nach eigenen Angaben auch den Fall eines Babys mit bestätigter Meningokokken-B-Infektion. Das Baby wird Medienberichten zufolge in einem Krankenhaus im nahe gelegenen Folkestone behandelt. Dieser Fall steht offenbar nicht mit dem anderen Ausbruch in Verbindung.

afp

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung