Montgomery plädiert für Erhalt des dualen Systems in der Krankenversicherung

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat davor gewarnt, das duale System von gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) infrage zu stellen. Damit bekräftigte Kammerchef Frank Ulrich Montgomery erneut seine ablehnende Haltung gegenüber der von SPD, Grünen und Linken favorisierten Bürgerversicherung.
„Um die Qualität des jetzigen Gesundheitssystems trotz schwindender Ressourcen zu erhalten, brauchen wir den Wettbewerb zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung“, unterstrich Montgomery gestern in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt.
Dieser garantiere einen umfangreichen Katalog an Leistungen, von denen alle Patienten profitierten. Viele neue Formen der Diagnostik und der Therapie gäbe es ohne die private Krankenversicherung nicht. „Die PKV genehmigt sie schnell und setzt die Krankenkassen damit in der Regel unter Zugzwang, mit dem Ergebnis, dass sie folgen und alle Patienten von Innovationen profitieren können“, so der BÄK-Präsident.
Gleichzeitig sieht Montgomery die privaten Krankenversicherer in der Verantwortung, finanzielle Herausforderungen selbst zu lösen. Dabei nahm er vor allem das Vertriebsmodell der PKV ins Visier: Es sei dramatisch, dass die Privatkassen jährlich rund 2,7 Milliarden Euro in Maklerprovisionen investieren. „Das ist immerhin halb so viel, wie sie für die Leistung von uns Ärzten ausgeben“, monierte er. Grundsätzlich hält er die PKV durchaus für zukunftsfähig, allerdings werde die Luft dünner. „Die Branche muss etwas tun, sonst ist ihr Geschäftsmodell infrage gestellt“, unterstrich Montgomery.
Der 115. Deutsche Ärztetag vom 22. bis zum 25. Mai in Nürnberg wird sich intensiv mit Finanzierungsfragen der Gesetzlichen Krankenversicherung befassen und mit Gesundheitspolitikern von Union und SPD Reformmodelle diskutieren. hil
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