Nachschub bei Suchttherapiepräparat stabilisiert

Berlin – Eine kritische Liefersituation bei bestimmten wichtigen Medikamenten hat sich nach amtlichen Angaben wieder entspannt. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) gab bekannt, dass ein festgestellter Versorgungsmangel bei diamorphinhaltigen Arzneimitteln für Injektionslösungen nicht mehr vorliegt.
Dabei geht es um pharmazeutisches Heroin, das für Ersatzstofftherapien bei Abhängigkeit von Opioden angewendet wird, wie ein Sprecher auf Anfrage erläuterte. Die Versorgungslage habe sich nach Information des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stabilisiert, teilte das Ministerium in der Bekanntmachung im Bundesanzeiger mit.
Ein Versorgungsmangel geht über häufiger auftretende Lieferengpässe hinaus. Die Feststellung erlaubt befristet Abweichungen von Vorgaben, um leichter auf Importprodukte auszuweichen.
Ende Januar hatte das Ministerium einen neuen Versorgungsmangel bei Antibiotika festgestellt, die zur Langzeitbehandlung von Streptokokken genutzt werden, um rheumatische Herzentzündungen zu verhindern. Eine solche kritischere Lage besteht auch noch bei einigen anderen Antibiotikawirkstoffen.
Generell sind offizielle Versorgungsmängel selten. Seit 2015 kam es weniger als 20 Mal vor. Als häufiger auftretender Lieferengpass gilt eine mehr als zweiwöchige Unterbrechung einer üblichen Auslieferungsmenge. Dann sind in der Regel auch wirkstoffgleiche Mittel lieferbar. Derzeit gibt es nach amtlichen Daten rund 530 Lieferengpassmeldungen – bei insgesamt 100.000 zugelassenen Arzneimitteln.
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