Ärzteschaft

Neue Empfehlungen zur vegetarischen und veganen Ernährung im Kindes- und Jugendalter

  • Dienstag, 14. Juli 2026
/Demianastur, stock.adobe.com
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Berlin – Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat aktualisierte Empfehlungen zur vegetarischen und veganen Ernährung im Kindes- und Jugendalter herausgegeben.

Nach dem aktuellen Ernährungsreport des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat geben 14 Prozent der 14- bis 29-Jährigen an, sich vegetarisch zu ernähren. In der Gesamtbevölkerung geben 37 Prozent an, sich flexitarisch zu ernähren, also überwiegend pflanzenbasiert. „Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte betreuen mittlerweile viele Familien, die bewusst auf bestimmte Lebensmittel oder ganze Lebensmittelgruppen verzichten“, erläutert Hermann Kalhoff, Mitautor der Stellungnahme und Mitglied der DGKJ-Ernährungskommission.

Aufgabe der Kinder- und Jugendmedizin sei es, diese Familien evidenzbasiert und zugleich respektvoll zu begleiten – nicht ideologisch, sondern wissenschaftlich fundiert. Die Stellungnahme enthält deshalb auch konkrete Empfehlungen für die kinder- und jugendärztliche Praxis, darunter strukturierte Fragenkataloge für die Früherkennungsuntersuchungen im Kindes- und Jugendalter.

Die Stellungnahme macht deutlich, dass insbesondere vegane Ernährungsformen im Kindes- und Jugendalter erhöhte Aufmerksamkeit erfordern. Grundsätzlich könne jede einseitige oder stark einschränkende Ernährungsweise das Risiko von Nährstoffdefiziten erhöhen, erläutert Silvia Rudloff, ebenfalls Mitautorin der Stellungnahme. Besonders im Blick stehen dabei Vitamin B12, Eisen, Jod, Calcium, Vitamin D sowie Omega-3-Fettsäuren.

Die DGKJ empfiehlt deshalb eine strukturierte medizinische und ernährungswissenschaftliche Begleitung. Dazu gehören eine ausführliche Ernährungsanamnese, regelmäßige Wachstumskontrollen anhand von Gewicht, Körpergröße und Body-Mass-Index, klinische und gegebenenfalls laborchemische Kontrollen möglicher Mangelzustände sowie eine qualifizierte Ernährungsberatung – idealerweise durch entsprechend geschulte Fachkräfte.

Von besonderer Bedeutung sei ein Monitoring und die Supplementierung mit Vitamin B12 auch bei vegetarischer Ernährung, bei veganer Ernährung sei diese zwingend erforderlich, betont die DGKJ-Arbeitsgruppe. Je nach individueller Ernährungssituation könne zudem eine ergänzende Gabe von Vitamin D, Jod, Calcium oder Omega-3-Fettsäuren sinnvoll sein.

Die Fachgesellschaft wirbt für einen pragmatischen Umgang mit dem Thema. Eltern und Jugendliche sollten weder pauschal verunsichert, noch sollten Risiken bagatellisiert werden. Entscheidend sei eine vertrauensvolle Kommunikation, die gesundheitliche Risiken klar benenne und gleichzeitig praktikable Wege zu einer bedarfsgerechten Ernährung aufzeige.

hil

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