Ärzteschaft

Neue europäische Leitlinie zur Behandlung aneurysmatischer Gehirnblutungen

  • Montag, 11. Mai 2026
/Lars Neumann, stock.adobe.com
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Utrecht/Mannheim – Eine neue Leitlinie zur Behandlung aneurysmatischer Hirnblutungen haben drei europäische Fachgesellschaften jetzt auf der European Stroke Organisation Conference in Maastricht vorgestellt. Die Leitlinie ist im European Stroke Journal erschienen (2026; DOI: 10.1093/esj/aakag043).

„Sie bündelt die aktuell beste verfügbare Evidenz und praxisnahe Expertenmeinungen. Die Tatsache, dass die bei der Behandlung wesentlich beteiligten Fachdisziplinen Europas diese Leitlinie gemeinsam entwickelt und verabschiedet haben, ist wichtig, um künftig eine konsistente, hochwertige Versorgung sicherzustellen“, sagte Nima Etminan, Direktor der Neurochirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und Chair sowie Seniorautor der Arbeitsgruppe bei der Präsentation der Leitlinie.

Es wird vermutet, dass etwa drei bis fünf Prozent der gesunden Erwachsenen ein intrakranielles Aneurysma haben, das keine Beschwerden verursacht und daher oft unerkannt bleibt. Eine Ruptur und eine daraus folgende Blutung treffen oft Menschen in einem relativ jungen Alter: Etwa die Hälfte der betroffenen Patienten ist unter 50 Jahren alt, etwa zwei Drittel sind Frauen.

Die Prognose nach einer aneurysmatischen Subarachnoidalblutung ist laut dem Leitlinienteam oft schlecht: Etwa 50 Prozent der Patienten sterben innerhalb von drei Monaten. Die meisten Überlebenden erreichen nicht wieder das Niveau der Selbstständigkeit und Fähigkeiten, das sie vor der Blutung hatten.

Die Handlungsempfehlungen der neuen Leitlinie zielen darauf ab, die Genesung und langfristige körperliche, kognitive und emotionale Funktionsfähigkeit durch eine frühzeitige, multidisziplinäre Behandlung der Subarachnoidalblutung zu verbessern.

Die Prognose nach einer Ruptur hängt der Leitlinie zufolge vom Schweregrad der Blutung ab sowie maßgeblich von Komplikationen, die insbesondere in den ersten zwei Wochen nach der Blutung auftreten können. Dazu zählen eine erneute Blutung aus dem gerissenen Aneurysma sowie sekundäre Durchblutungsstörungen des Gehirns, die zu Schlaganfällen führen können.

Die neue Leitlinie ist eine Kooperation der European Stroke Organisation (ESO) mit der European Association of Neurosurgical Societies (EANS) und der European Society for Minimally Invasive Neurological Therapy (ESMINT).

hil

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