Neue interprofessionelle Ausbildungsstation in der Neurologie der Uniklinik Dresden

Dresden – Die Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden erprobt in einer Pilotphase eine interprofessionelle Ausbildungsstation (IPSTA). Studierende und Auszubildende verschiedener Gesundheitsberufe übernehmen dabei in einem Bereich der Stroke Unit eigenständig die Patientenbetreuung sowie das komplette Management von Diagnostik und Therapie für die ihnen anvertrauten Patientinnen und Patienten. Sie werden dabei im Hintergrund ärztlich und pflegerisch eng begleitet.
„In der Ausbildung junger Menschen für unterschiedliche Berufe spüren wir immer wieder den Wunsch, die Praxis so früh wie möglich kennenzulernen und das theoretische Wissen umzusetzen. Dem kommen wir nach und setzen deshalb auf moderne Ausbildungsformate“, sagte Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden.
Erste Modelle einer interprofessionellen Ausbildungsstation sind Ende der 1990er-Jahre in Skandinavien entstanden. Durch die enge Zusammenarbeit, kurze Abstimmungswege und eine gezielte Aufgabenverteilung soll das gegenseitige Verständnis der Berufsgruppen füreinander wachsen – mit dem Ziel, die Patientinnen und Patienten bestmöglich zu versorgen und interprofessionelle Kompetenzen zu stärken.
„Die unmittelbaren Einblicke in den Stationsalltag machen dieses Lernformat so wertvoll. Zuhören, voneinander lernen und ein nachhaltiges gegenseitiges Verständnis zwischen ärztlichem Dienst und Pflege entwickeln – das sind zentrale Erfolge dieser Pilotphase, die wir positiv aufgenommen haben“, erläutert Steffi Luczak-Streck, Teamleiterin der zentralen Praxisanleitung am Universitätsklinikum.
Die Stroke Unit der Klinik und Poliklinik für Neurologie soll künftig regelmäßig als interdisziplinäre Ausbildungsstation genutzt werden. „Die Resonanz unter den Auszubildenden und Medizinstudierenden ist bemerkenswert.
Das Projekt hat bereits während der zweiwöchigen Laufzeit große Aufmerksamkeit erregt. Gerade in einem hochspezialisierten Bereich wie der Stroke Unit ist es entscheidend, komplexe Abläufe unter Realbedingungen gemeinsam im Team zu meistern“, erklärt Timo Siepmann, der das Projekt gemeinsam mit Stationsarzt Martin Arndt ärztlich geleitet hat.
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