Neue Leitlinie zum Liquorunterdrucksyndrom

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat eine Leitlinie „Diagnostik und Therapie des postpunktionellen und spontanen Liquorunterdrucksyndroms“ vorgestellt.
Als Liquorunterdruck-Syndrom wird der Leitlinie zufolge ein orthostatischer Kopfschmerz durch niedrigen Liquordruck bezeichnet, der begleitet ist von Nackenschmerzen, Tinnitus, Hörveränderungen, Photophobie oder Übelkeit.
Es werden drei Formen des Syndroms unterschieden: der Kopfschmerz nach Punktion der Dura, auch „postpunktionelles Syndrom“ genannt. Dieser ist ein Kopfschmerz, der innerhalb von fünf Tagen nach einer Lumbalpunktion einsetzt und durch den Austritt von Liquor aufgrund der Punktion verursacht wird.
Weitere Formen des Liquorunterdrucksyndroms sind der Kopfschmerz durch eine Liquorfistel und der Kopfschmerz durch spontanen Liquorunterdruck.
Die Autorengruppe um Marianne Dieterich von der Ludwigs-Maximilans-Universität München, die die Arbeit federführend betreut hat, weist unter anderem daraufhin, dass Nadeln mit geringerem Durchmesser seltener zu postpunktionellen Kopfschmerzen führen. Eine sehr zuverlässige Methode zum Nachweis spinaler Liquorlecks sei die CT- oder alternativ MRT-Myelografie.
Zur symptomatischen Behandlung sei die intravenöse oder orale Gabe von Koffein als auch die orale Gabe von Theophyllin, Gabapentin und Hydrokortison wirksam. Bei Versagen der konservativen Maßnahmen sei ein epiduraler Blutpatch die Therapie der Wahl, gegebenenfalls auch mehrfach.
Bei exakt lokalisierten spinalen Liquorfisteln sein in therapierefraktären Fällen ein mikrochirurgischer Verschluss der Fistel angezeigt. Bei Liquor-Venen-Fisteln kann eine endovaskuläre, transvenöse Embolisation zum Einsatz kommen.
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